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| 18:24 Uhr

Ratzdorf
Zwei Blicke auf die Neißemündung

Ratzdorf. Ein Militärhistoriker und eine Literaturwissenschaftlerin befassen sich mit Schiedlo.

(red/) Schiedlo galt als einziger Ort des Landkreises Guben jenseits der Oder. Wegen seiner Lage in der Flusschleife am Zusammenfluss von Oder und Neiße war der Ort auch militärisch interessant. Ein Vortrag zu dem der Landschaftspflegeverband Naturpark Schlaubetal /Gubener Heide / Oder Neiße einlädt, soll am Freitag, 20. April, neue Erkenntnisse vorstellen (19 Uhr, Ratzdorf, Mündungsweg 14, Heim der Gutshoffreunde, Eintritt: zwei Euro).

 Im ersten Teil wird Prof. Grzegorz Podruczny seine Forschungsergebnisse über die Militärkulturlandschaft der Oder-Neiße-Mündung vorstellen. Während des Dreißigjährigen Krieges stationierten dort  schwedische, während des Großen Nordischen Krieges sächsische Truppen. Davon sind mehrere sichtbare Spuren geblieben, von denen die Überreste einer Festung am interessantesten sind, die August der Starke dort anzulegen versuchte. Die Identifizierung dieser Relikte ist dank historischer Kartographie als auch moderner Methoden möglich, zu denen  zerstörungsfreie Archäologie gehört.

Im zweiten Teil des Vortragsabends wird Dr. Marta Bakiewicz ein Interpretationsmodell des Romans „Mit der ewigen Oder“ von Annette Krone darstellen, dessen Handlung sich in Schiedlo an der Oder abspielt. Zur Anwendung kommen die aus der Geopoetik stammenden Begriffskategorien, um die Aufmerksamkeit auf den Raum zu lenken, wie er von den Protagonisten wahrgenommen wird. Daraus wird die Bedeutung der Oder für die Bewohner von Schiedlo − einem nicht mehr existierenden Ort − resultieren.