"Wir freuen uns über die Unterstützung", sagt Uwe Koschak, Vereinsvorsitzende des SV Chemie Guben. "Vor allem weil es diesmal deutlich mehr als im Vorjahr ist", schiebt er hinterher. Der SV Chemie Guben ist mit insgesamt 268 Nachwuchssportlern der zahlenmäßig stärkste Verein in der Neißestadt und damit der größte Nutznießer der Förderung. Fast 3900 Euro gehen an ihn, sofern die Stadtverordneten am kommenden Mittwoch zustimmen. Auf den nächsten Plätzen folgen der 1. FC Guben mit 144 organisierten Kindern und Jugendlichen sowie der BSV Guben Nord mit 105 jungen Sportlern.

Pro Nachwuchssportler zahlt die Stadt 14,53 Euro an die Vereine. Im Vorjahr waren es nur 8,57 Euro. "Es gab mehr Geld zum Verteilen und bei den Vereinen sind weniger Mitglieder unter 18 Jahren gemeldet", erklärt Stefan Müller, Fachbereichsleiter für Schulen, Sport und Soziales im Gubener Rathaus, die Differenz. Die demografische Entwicklung mache sich mittlerweile auch bei den Vereinen bemerkbar.

Der Zuschuss für die Sportförderung ist eine freiwillige Leistung der Stadt. Insgesamt 13 000 Euro stellt Guben jährlich zur Verfügung. Davon entfallen 6500 Euro auf die Nachwuchsförderung der Sportvereine, 2600 Euro gibt es für besondere Projekte und 3900 Euro für die bauliche Unterhaltung von Sportanlagen.

Der Fördertopf für die bauliche Unterhaltung wird in diesem Jahr aber nicht ausgeschöpft. Lediglich der SV Chemie Guben hatte einen Antrag gestellt und bekommt für die Reparatur des Billardtisches einen Zuschuss von 650 Euro. Der Restbetrag in Höhe von 3250 Euro fließt nun in die Nachwuchsarbeit.

"Prinzipiell ist das eine ganz gute Sache von der Stadt", sagt Heiko Appelt, Pressesprecher des 1. FC Guben. Allerdings reiche der Zuschuss für den Erhalt des Sportbetriebes nicht aus, gesucht werden immer und überall Sponsoren. "Wir würden beispielsweise unseren ehrenamtlichen Übungsleister gern eine Entschädigung zahlen", so Appelt. Schließlich stehen sie wochentags auf dem Platz und zu den Spielen am Wochenende fahren sie im Privat-Pkw. Doch dafür reiche das Geld nicht.

"Uns hilft wirklich jeder Euro", betont auch Uwe Kellberg, Vorsitzender des BSV Guben Nord. Das Geld der Stadt will der Sportverein in die Pflege des Platzes, in Sportgeräte, Tore und Bälle investieren. Insgesamt 1500 Euro sind es. "Jugendarbeit ist nicht einfach, sie ist aufwändig, aber wichtig", so Kellberg. 13 Nachwuchsmannschaften hat der BSV. Die jungen Fußballer kicken für den Jugendförderverein Fun (Fußballunion Niederlausitz). Der Verein wurde vom BSV und den kooperierenden Sportvereinen SV Pinnow und SV Wellmitz im Mai 2012 gegründet, um die Region auch auf Landes- und Kreisebene vertreten zu können.

Wünschen würde sich Kellberg zusätzlich finanzielle Unterstützung für die erwachsenen Sportler in den Gubener Vereinen. "Unsere erste Männermannschaft spielt beispielsweise in der Brandenburgliga als höchste Spielklasse und repräsentiert dort die Stadt Guben in ganz Brandenburg", begründet er.

Geld von der Stadt gibt es auch für das vom Gubener Radsportverein organisierte Frühlingsradeln (110 Euro), für die Schach-Neujahrs-Open des SV Chemie Guben (2050 Euro) sowie die Kinderangelschule des Kreisanglerverbandes (440 Euro).

Das Selbsthilfe-, Kontakt- und Infozentrum des DRK in Guben bekommt 1100 Euro. An die Arbeitsloseneinrichtung werden 2020 Euro gezahlt, an den Brandenburgischen Seniorenverband fließen 380 Euro und an die Heilsarmee 1500 Euro.

Kommentar von Silke Halpick