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| 02:36 Uhr

Zukunft zwischen toten Körpern

Zwar nicht mehr lebendig, aber nicht minder faszinierend: die riesige Giraffe.
Zwar nicht mehr lebendig, aber nicht minder faszinierend: die riesige Giraffe. FOTO: Schauff
Guben. Wie Zukunft und Tod zusammenhängen können, zeigten am ges trigen Zukunftstag das Gubener Plastinarium knapp zwei Dutzend Schülern. Die waren erstaunt, wie viele Berufsbilder sie auf dem Gelände kennenlernen konnten. Daniel Schauff

Die Zukunft hat auch etwas mit dem Tod zu tun. Zumindest für die 21 Schülerinnen und Schüler, die ihren Zukunftstag 2016 im Gubener Plastinarium verbringen konnten. "Die Plätze waren im Nu weg", sagt Gabi Scharkowski, die die Gäste durch das endlos wirkende Gelände in der Gubener Altstadt führte - vorbei an plastinierten Menschen- und Tierkörpern, Körperteilen, ins Labor, in die Werkstatt.

Gleich mehrere Berufsbilder konnten die Schüler im Plastinarium kennenlernen - Krankenschwestern, Zahntechniker, Chemikanten und sogar Tischler erzählten den Nachwuchs-Plastinatoren, wie ihr Aufgabenbereich in Guben aussieht.

"Es hat sich auf jeden Fall gelohnt", sagte am Ende einer fünfstündigen Tour über die ehemalige "Gubener Wolle" Caronline Kraus, die eigens aus Wildau angereist war, um einmal ins Plastinarium gehen zu können.

Die meisten der 21 Gäste kamen aus Guben, einige waren aber ein ganzes Stück gefahren, um die Plastination live miterleben zu können. Die ersten Anfragen gab es bereits wenige Minuten nach dem Start der Tour: "Sind hier auch Praktika möglich?", wollten einige wissen. Andere sagten, sie könnten sich durchaus vorstellen, irgendwann im Gubener Plastinarium zu arbeiten. Der Blick vom Aussichtsturm auf dem ehemaligen Werksgelände über Guben und Gubin hat die Begeisterung für den künftigen Arbeitsort noch größer gemacht.

"Es war sehr interessant für die Schülerinnen und Schüler", zieht auch Gabi Scharkowski Bilanz. Zum zweiten Mal waren die Gubener Plastinate Teil des Brandenburger Zukunftstages für Jungen und Mädchen. Die Gubener Plastinate waren eins von 49 Unternehmen im Landkreis Spree-Neiße, die sich am Zukunftstag 2016 beteiligt haben. Neben den zahlreichen Berufen, die die Schüler allein in der Gubener Alten Poststraße kennenlernen konnten, zeigten kreisweit auch Land- und Forstwirte, Fischer und Verwaltungsmitarbeiter ihre tägliche Arbeit.

Landesweit nahmen 2636 Mädchen und 2849 Jungen an der Aktion teil - die Auslastung der Plätze lag bei 76 Prozent. Damit war der Zukunftstag 2016 der erfolgreichste seit 2003.

Zum Thema:
Ursprünglich war der "Zukunftstag" eine Gelegenheit für Mädchen, "typische Männerberufe" kennenzulernen. Jungen sollten im Gegenzug einen Einblick in "typische Frauenberufe" erhalten. Das Land Brandenburg versteht den Zukunftstag allerdings eher als Praktikumstag, an dem Schülerinnen und Schüler erste Ideen für ihr späteres Berufsleben sammeln können. Der Zukunftstag richtet sich an Schüler der Klassen sieben bis zehn.