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| 15:52 Uhr

Pläne für Wassereinlauf
Zu viel Phosphat im Wasser?

Der Wasserstand ist am Pinnower See innerhalb eines Jahres um rund 40 Zentimeter gesunken. Geplant ist, dass ab Mai 2019 Wasser eingeleitet wird.
Der Wasserstand ist am Pinnower See innerhalb eines Jahres um rund 40 Zentimeter gesunken. Geplant ist, dass ab Mai 2019 Wasser eingeleitet wird. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Schenkendöbern . Ab Mai 2019 will Leag Wasser in die betroffenen Seen lassen. Angler sorgen sich um Fische. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Aufatmen beim Angelverein Bärenklau: Das Energieunternehmen Leag hat die Pläne gegen den Wasserverlust in den umliegenden Seen des Tagebaus Jänschwalde am Montag vorgelegt. Im Mai 2019 soll mit der Wassereinleitung am Großsee, Kleinsee und Pinnower See begonnen werden.  „Wir sind froh, dass es wie versprochen im Frühjahr losgehen soll“, erklärt Vereinsmitglied Silvio Krüger. Bedenken hat der Angler hinsichtlich der Wasserqualität: „Das Wasser muss vorher unbedingt untersucht werden. Es darf keine fischtoxischen Stoffe enthalten.“ Mit dem Mai komme das Wasser für die Seen gerade noch rechtzeitig: „Die große Sommerhitze kommt in der Regel zwar erst nach dem Mai, aber das Wetter ist manchmal auch unberechenbar.“ Diesen Sommer hatte sich der Kleinsee durch Hitze und Trockenheit so stark erhitzt, dass die Angler ein Umkippen fürchteten. Mehrere Wochen musste mit einer Pumpe der Leag Wasser umgewälzt werden, um dem See Sauerstoff zuzuführen und ein Fischsterben zu verhindern. „Dieses Jahr haben wir es gerade noch geschafft. Den Fischen geht es aktuell gut“, sagt Krüger.

„Dass jetzt endlich Bewegung in die Sache gekommen ist, war mehr als überfällig“, so die Grünen-Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky. Die Wasserrückgänge seien seit vielen Jahren offensichtlich. „Unklar ist derzeit noch der Umgang mit hohen Phosphatwerten des Grundwassers, das eingeleitet werden soll“, erklärt Schinowsky. Durch höhere Einträge von Phosphat drohe eine Eutrophierung und eine extreme Entwicklung von Algen in den Seen: „Sollte sich das bestätigen, muss die Landesregierung vom Bergbaubetreiber eine Phosphatabscheidung vor der Einleitung des Wassers anordnen.“ Sie kündigte an, in einer Anfrage von der Landesregierung eine Stellungnahme zu verlangen. Weiterhin fordert sie, dass die Wasserstände auf ein vorbergbauliches Niveau zurückgeführt werden. Die Leag will die Seen aktuell bis zum Wasserstand von 2010 auffüllen.  „Dass die Seen bereits lange vor 2010 an Wasser verloren haben, ist unbestritten“, sagt Schinowsky. Für mehr Klarheit fordert sie daher ein unabhängiges Gutachten. Auch hat Heide Schinowsky Zweifel daran, dass es beim Deulowitzer See ausreicht, das umliegende Grabensystem wieder herzustellen: „Das Einzugsgebiet der Gräben ist dort sehr klein. Ob ein Zufluss aus diesen Gräben, der zurzeit baulich kaum gegeben ist, ausreicht, um den bergbaulichen Wasserverlust auszugleichen, halte ich für fraglich.“

Steffen Krautz, der Vorsitzende des Umweltausschusses der Gemeinde Schenkendöbern, hat in den vergangenen vier Jahren das Thema immer wieder in den Kreistag eingebracht. „Richtig und wichtig ist, dass es jetzt erstmal eine Maßnahme gibt, die die Seen insgesamt erhalten soll“, findet der SPD-Kreistagesabgeordnete. Kurzfristiges Handeln sei aber nicht ausreichend. „Die Entwässerung der Region durch Tagebauaktivitäten wird bis zum Abschluss der Rekultivierungen weitergehen, so lange die Pumpen laufen“, betont er. „Wir reden hier mit Sicherheit über die nächsten 15 bis 20 Jahre.“  Er hält daher eine Bergschadensanzeige für notwendig. „Bei dieser sind die laufenden Kosten für die Infrastruktur und Betriebskosten der Wasserhebung auf den genannten Zeitraum geltend zu machen“, erklärt er. „Denn wer wird die Kosten tragen, wenn sich die Leag aus der Lausitz verabschiedet?“ Seiner Meinung nach müsse klar sein, wer die Verantwortung trägt. „Nur dann können wir zukünftig agieren. Und nur in einem solchen Verfahren könnten wir auch nachweisen, dass die Wasserstände bereits vor 2010 bergbaulich bedingt beeinflusst wurden“, betont Steffen Krautz.