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| 12:49 Uhr

Reaktion auf Vorfall
Zettel warnen in Neuzelle vor Wildschweinen

Neuzelle. Amt bringt Hinweise an Waldstück an, nachdem Zeugen von einem aggressiven Tier verfolgt wurden.

„Achtung Wildschweine. Betreten des Waldes vermeiden!“ So steht es auf den Hinweiszetteln, die Fußgänger zu Gesicht bekommen, wenn sie in Neuzelle vom Sportplatz oder aber vom Priorsberg aus ein Stück Stiftswald betreten. Dass die Hinweise angebracht werden, hat die Amtsverwaltung in Absprache mit dem Waldeigentümer und einer Jagdpächtergruppe veranlasst.

Hintergrund ist die Information, die von der Kindertagesstätte am Priorsberg an die Verwaltung herangetragen wurde. „Da wurde gesagt, dass eine Familie, die ihr Kind zur Kita gebracht hat, von einem Wildschwein verfolgt wurde“, sagt Lars Grunow, Leiter des Haupt- und Ordnungsamtes. Er suchte sogleich den Kontakt zur Stiftung Stift Neuzelle als Eigentümerin des Waldstückes und den dortigen Jagdpächtern. Laut Grunow war man sich schnell einig, dass es sich entweder um ein verletztes Wildschwein handeln muss oder aber, und das sei wahrscheinlicher, um eine Bache, die ihre Frischlinge schützen möchte.

Geschossen werden darf die Wildschweinmutter auf keinen Fall. „Sie befindet sich sozusagen im Mutterschutz“, betont Marjano Wittchen, einer der Jagdpächter. Es sei gerade die Zeit, wo viele Bachen Frischlinge werfen. Die Schweinchen werden dann im Gebüsch versteckt, während die Mutter auf Nahrungssuche geht. „Es ist nicht so, dass die Bache gleich Menschen angreift, die in den Wald kommen“, sagt Wittchen. Sobald man sich den Frischlingen aber zu sehr nähert, könne es ungemütlich werden. Außerdem sei das Schwarzwild aggressiver geworden, da es sich täglich gegen den Wolf verteidigen muss.

Wer einem Wildschwein im Wald begegnet, das nicht wegrennt, sondern eher im Angriffsmodus zu sein scheint, der sollte sich laut Wittchen zurückziehen. Steht das Schwein noch, sollte das langsam geschehen. „Und man sollte sich groß machen und schreien“, empfiehlt er.

Um auf Nummer sicher zu gehen, hat das Amt inzwischen die Hinweise ausgehängt. Auch Hundehalter sollten sich angesprochen fühlen, betont Lars Grunow. Ende April könnte sich die Situation entspannen.

(MOZ)