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Zeitzeugen sprechen über das KZ-Außenlager

Lieberose. Mit einer Veranstaltung am morgigen Freitag, 24. April, wird in der Akademie für Mitbestimmung im Bahnhof Jamlitz an die Auflösung des KZ-Außenlagers Lieberose erinnern. red/bt

"Vor 70 Jahren wurde das Lager befreit", erläutert Dr. Andreas Weigelt von der Dokumentationsstelle Lager Jamlitz. Nur wenige Menschen überlebten. Am Freitag, 16 Uhr, soll an die Befreiung und den Weg der Überlebenden an deren erste Wege in Freiheit erinnert werden, so Andreas Weigelt. Zeitzeugen aus nahezu allen europäischen Ländern kommen zu Wort. Darunter befinden sich jüdische Häftlinge, politische Häftlinge sowie Außenstehende. Gepaart mit Zitaten aus amtlichen Dokumenten, soll es zu einem vielstimmigen Erinnern vereinigt werden, so der Historiker. In einer künstlerisch-dokumentarischen Lesung sollen die Verbrechen in Jamlitz bei der Auslösung des Lagers zur Sprache kommen.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wird der Film "One fine Line" der kanadischen Regisseurin Jo-Anne Velin aufgeführt. Sie hat sich vor wenigen Jahren auf die Spuren ihres im Ghetto Theresienstadt und im Außenlager Schwarzheide des KZ Sachsenhausen inhaftierten Vaters gemacht hat. "Nicht, um vordergründig die Geschichte ihres Vaters zu erzählen, sondern, um zu fragen, was die Orte und wer die dort lebenden Menschen heute sind", erklärt Andreas Weigelt.

Der Dokumentarfilm entstand im Jahr 2013. Für die Recherchen hat die in Berlin lebende kanadische Regisseurin Jo-Anne Velin drei Jahre mit ihrer Kamera in der südbrandenburgischen und ostsächsischen Lausitz auf der Route von Schwarzheide ins Tschechische verbracht. Diese Strecke ging ihr Vater 1945 als KZ-Häftling zu Fuß.