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Zeit für Schreiber

Jetzt sind sie da, die Sommerferien und damit die von vielen heftigst erwartete Sommerurlaubszeit. Für uns Journalisten haben diese – rein äußerlich betrachtet – eher ereignisarmen Wochen, gute und schlechte Seiten.


Klar, die Zahl der offiziellen Termine und Veranstaltungen ist im Vergleich zu anderen „Jahreszeiten“ natürlich jetzt verschwindend gering. Das sind aber oft auch die Termine, die - vorsichtig ausgedrückt - weniger spannend sind. Da ist meistens immer alles nur schön und großartig, und alle klopfen sich vor Begeisterung immer wieder auf die Schulter.
Klar, dass wir solche Erfolge in die Zeitung bringen wollen. Sie haben es verdient, öffentlich gewürdigt zu werden.
Aber das wahre Leben ist vielseitiger. Deshalb schreiben wir eben auch die Dinge, die „dumm gelaufen“ sind und zu denen uns naturgemäß auch keine Hochglanz-Einladung erreicht. Und das ist die schöne Seite der ruhigen Sommerzeit. Da bleibt uns Schreibern mehr Zeit, um Problemfällen genauer hinterherzurecherchieren und Themen anzugehen, die sonst im hektischen Tagesgeschäft leicht untergehen könnten, weil sie eben nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind.
Nicht jeder mag es, wenn wir die unbequemen Themen und die noch ungeklärten Fragen in die Zeitung bringen. Auch Gubens Bürgermeister Klaus-Dieter Hübner gehört dazu. Ein langer Passus in seinem Bericht vor den Stadtverordneten beschäftigte sich in dieser Woche mit der „Öffentlichkeitsarbeit“ . Da kritisierte er die Bewohner der Akazienstraße 1-9, die sich an die RUNDSCHAU gewandt hatten, weil sie gegen den drohenden Abriss ihres Hauses kämpfen. Und Hübner findet es auch „gar nicht hilfreich“ , wenn so öffentlich über den drohenden Ärztenotstand an der Neiße diskutiert wird.
Lieber Bürgermeister!
Wir werden schon in der Montagausgabe das Ärzte-Thema erneut in die Zeitung bringen. Und ich denke, dass es sehr wohl hilfreich ist, Probleme, die jeden von uns betreffen, offensiv anzugehen. Erstens: Nicht alles lässt sich durch interne Runden klären. Zweitens: Manchmal ist der öffentliche Aufschrei wichtig, damit überhaupt erst - von mir aus auch in internen Runden - Bewegung in die Lösung eines Problems kommt.
Trotz Sommerferien können unsere Leser also auch in den nächstenWochen auf die Zeitung gespannt sein.
All denjenigen, die heute oder in den nächsten Tagen in den Urlaub reisen, wünsche ich maximale Erholungserfolge und allen, die an der Neiße bleiben, ein entspanntes Wochenende.