Graffiti gilt gern auch als Form des Vandalismus. Kein Wunder – auch wenn eine Opfer-gewordene Straßenbahn mit neuer Farbgebung auf den ersten Blick schick aussehen mag... Sprühfarbe auf öffentlichen Verkehrsmitteln bereiten nur sehr selten Freunde.

Gubener Hauswände sind mit Graffiti bedeckt

Nun gibt es in Guben keine Straßenbahnen (mehr), wohl aber Hauswände, die immer wieder unter Graffiti-Kunstwerken, die höchstens mal Kunstwerke werden wollten, versteckt werden.
Mal sind es ausgefeilte Figuren und Schriftzüge, mal aber auch profane Beleidigungen und Sprüche, die politische Ansichten unverkennbar machen sollen. Den echten Graffiti-Künstler schmerzt das in der Regel genauso wie den unbescholtenen Betrachter, der die schmucke Altbauwand nur noch erahnen, nicht aber mehr sehen kann.
Graffiti hat im Allgemeinen ein schwieriges Image. Dass damit Kunst entstehen kann, zeigen Bilder echter Könner, die legal mit ausreichend Zeit, Farbe und Licht ihrer Kreativität freien Lauf lassen können. Und auch wenn es keinen Künstler bedarf, um sich in Guben auszuprobieren – legal sprayen wird auch in der Neißestadt in diesen Sommerferien möglich.

Gubener Club bietet mehr an als nur Sprayen

Ab dem 20. Juli eine ganze Woche lang wird es im Jugendclub Comet (Kaltenborner Straße) um das Thema Graffiti gehen. Dabei geht es einerseits zwar um die Praxis, andererseits bietet der Förderverein für alternative Jugendarbeit und Jugendkultur auch Hintergrundwissen zu der einigermaßen modernen Kunstform des Graffiti.
Der Verein kündigt neben dem Sprayen zum Beispiel Informationen über die Geschichte der Kunstform, die Anfänge und auch die Frage der Legalität und der Illegalität an. Erst das erlaubte Sprayen macht die einstig als „Schmiererei“ bekannte Ausdrucksform zur Kunst, mit der sich gar Kunstwissenschaftler auseinandersetzen.

Gubener Club legt Wert auf ganzheitliches Projekt

Wichtig sei dem Verein, dass Jugendliche, die Interesse an Graffiti und dem Workshop haben, an allen Tagen teilnehmen können. Nur so sei ein ganzheitliches Projekt möglich, heißt es vonseiten des Comet-Vereins.
Anmeldungen sind möglich unter der Telefonnummer 03561 4197 oder direkt im Comet-Club. Eine Förderung des Landkreises für das Projekt ermöglicht auch eine Verpflegung der Teilnehmer über die Projekttage, kündigt der Verein an.