ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 18:30 Uhr

Guben
Woidke kritisiert anhaltende Teilung des Rentensystems

Knapp 400 Gäste kamen zur Festveranstaltung, mit der die Brandenburgische Seniorenwoche offiziell eröffnet wurde, in die Gubener Klosterkirche.
Knapp 400 Gäste kamen zur Festveranstaltung, mit der die Brandenburgische Seniorenwoche offiziell eröffnet wurde, in die Gubener Klosterkirche. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Die 25. Brandenburger Seniorenwoche ist am Sonnabend feierlich in der Gubener Klosterkirche eröffnet worden. Von Silke Halpick

Mit klaren Worten in Richtung Bundesregierung hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag die 25. Brandenburger Seniorenwoche in der Klosterkirche in Guben eröffnet. Er kritisiert, dass es 29 Jahre nach dem Fall der Mauer noch immer zwei unterschiedliche Rentensysteme in Deutschland gibt und dass an der neuen Rentenkommission die Bundesländer nicht beteiligt sind. „Das geht nicht“, betont er.

Die 25. Brandenburger Seniorenwoche steht unter dem Motto „Ein Vierteljahrhundert aktiv und mitbestimmend“. Die Eröffnungsfeier in Guben ist der Startschuss für zahlreiche Veranstaltungen in allen Landkreisen, Städten und Gemeinden des Landes Brandenburg.  Es wird gefeiert, engagierte Ehrenamtler gewürdigt, Bilanz gezogen, aber auch Bereiche mit Handlungsbedarf benannt. Als „gute Sache“ bezeichnet Wolfgang Puschmann, Vorsitzender des Seniorenrates des Landes Brandenburg, dass die Menschen immer älter werden. Rund 590 000 Menschen in Brandenburg sind älter als 65 Jahre. Das entspricht einem Anteil von 23,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Rund 164 000 von ihnen gelten mehr mit 80 Jahren als „hochbetagt“. Prognosen zufolge wird sich diese Zahl weiter erhöhen.

„Die Gesellschaft verändert sich zu einer älter werdenden Gemeinschaft“, betont Puschmann. Das bringe einerseits höhere Anforderungen an Fürsorge und Unterstützung mit sich. Auf der anderen Seite engagieren sich aber auch viele Senioren und wollen gar nicht zum „alten Eisen“ gehören. Woidke spricht von „Rentnern, die aktiv“ und „keine Last“ für die Gesellschaft sind, Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) von Menschen, deren „authentische Lebenserfahrung“ kein Geschichtsbuch vermitteln könne.

Die Verhinderung von Altersarmut und Vereinsamung  ist eine der zentralen Forderungen der 25. Brandenburger Seniorenwoche. Aber auch bezahlbarer altersgerechter Wohnraum, ärztliche Versorgung, die Sicherung der Mobilität und die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs im ländlichen Raum gehören dazu. „Es geht um die Lebensqualität“, betont Monika Schulz-Höpfner (CDU), Vorsitzende des Kreistages in Spree-Neiße.

Für Ilka Dirnberger, Vorsitzende des Seniorenbeirates des Landes Niedersachsen, ist es wichtig, „dass wir uns vernetzen und gemeinsame Positionen haben“. Aus ihrer Sicht habe es keinen Sinn, wenn beispielsweise die Bundesländer einzeln zu den Tarifen in der Pflegebranche verhandeln. „Wir brauchen einen gemeinsamen Tarifvertrag“, fordert sie. Selbstbewusst in Richtung Politik kündigt  Dirnberger an: „Wir haben keine Nachwuchssorgen, mit uns müssen Sie rechnen!“

Rund 400 Gäste kommen zur Eröffnung der 25. Seniorenwoche in die Gubener Klosterkirche. Als „Glanz in der bescheidenen Hütte“ bezeichnet Hausherr Pfarrer Dschin-u Oh die Festveranstaltung. Die Initiative zur Ausrichtung ging vom Gubener Seniorenbeirat aus. In Guben selbst wird übrigens bereits die 40. Seniorenwoche gefeiert.