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Wohin von der Schulbank?

Im Museumsraum der Groß Gastroser Grundschule entstand 1991 dieses Foto. Anlass war der 100. Schulgeburtstag. Marlene Falk (l.) und Antje Nitschke sitzen vorn, dahinter die Brüder Sebastian (l.) und Matthias Krämer, hinter ihnen Linda Friese und in der letzten Reihe Christina Heinke und Heike Brose.
Im Museumsraum der Groß Gastroser Grundschule entstand 1991 dieses Foto. Anlass war der 100. Schulgeburtstag. Marlene Falk (l.) und Antje Nitschke sitzen vorn, dahinter die Brüder Sebastian (l.) und Matthias Krämer, hinter ihnen Linda Friese und in der letzten Reihe Christina Heinke und Heike Brose. FOTO: Angelika Brinkop
Gross Gastrose.. Wieder einmal entdeckten wir im papiernen RUNDSCHAU-Foto-Rumpfarchiv ein spannendes Bild. Am 2. November 1991 war es in einem nachgestalteten alten Klassenraum der Groß Gastroser Grundschule zu deren 100-jährigem Bestehen geschossen, aber nie veröffentlicht worden. Was mag aus den ab- gebildeten Jungen und Mädchen geworden sein„ Wohin führten ihre Lebenswege“ Mit Unterstützung von Grundschulleiterin Christel Nitschke gelang es, das herauszufinden. Von barbara remus

Marlene Falk ist heute 21 Jahre alt. Nach dem Abitur am Pestalozzi-Gymnasium begann sie in Bad Saarow eine Ausbildung zur Krankenschwester. In diesem Sommer wird sie damit fertig, weiß aber noch nicht, ob sie danach übernommen wird. Marlene würde auch gern nach Guben zurückkommen.
Von Bad Saarow aus unternimmt sie gemeinsam mit ihrem Freund gern Radtouren, geht schwimmen oder Inline skaten, spielt Keyboard und bringt sich derzeit selbst das Gitarrespielen bei.
Antje Nitschke wohnt im Studentenwohnheim in Potsdam nahe dem Park Sanssouci und studiert derzeit im fünften von neun Semestern an der Potsdamer Universität Geschichte, Germanistik und Anglistik. Was sie danach einmal machen will, weiß die junge Frau derzeit noch nicht. Doch nebenbei lernt die 21-Jährige außerdem Italienisch und hat jetzt auch mit Russisch angefangen. Theater- und Kinobesuche gehören zu ihrem Freizeitprogramm.
Den 22-jährigen Sebastian Krämer hat es als Kfz-Mechaniker nach Bayern verschlagen. Sein ein Jahr jüngerer Bruder Matthias ist als Speditionskaufmann in Berlin tätig.
Linda Friese hat ebenfalls in Guben ihr Abitur gemacht. Danach studierte die jetzt 23-Jährige in Halberstadt Verwaltungsökonomie und öffentliches Dienstleistungsmanagement.
Jetzt ist sie als kaufmännische Angestellte in einer Zeitarbeitsfirma in Magdeburg für die Kundenakquise und 60 Mitarbeiter verantwortlich. Während des Studiums hatte sie in dem Unternehmen bereits über ein Jahr gejobbt. Außerdem war sie in einem Fitnesscenter tätig und erhielt nach einem Jahr die Möglichkeit, Aquafitnesskurse in Halberstadt zu leiten.
Vor kurzem ist Linda nach Magdeburg umgezogen und wohnt dort in einer hübschen Wohnanlage in einer Drei-Raum-Wohnung mit großem Balkon. Linda macht die berufliche Arbeit Spaß. In ihrem Unternehmen sieht sie gute Aufstiegschancen.
Ihr Freund Mario aus Groß Drewitz absolviert derzeit in Großräschen eine Meisterausbildung.
Auch Christina Heinke hat ihre schulische Ausbildung mit dem Abitur beendet und danach in Zwickau Pharmazeutisch-technische Assistentin gelernt. Die jetzt 24-Jährige fand gleich danach in einer Apotheke im Cottbuser Stadtteil Sandow Arbeit und auch neue Freunde. Gemeinsam mit ihrem Freund wohnt sie in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Cottbus. Disko- und Kinobesuche gehören zu ihren Freizeitaktivitäten. Etwa zweimal im Monat besucht sie ihre Eltern in Groß Gastrose.
Eine Lehre als Hotelfachfrau absolvierte Heike Brose in Burg im Spreewald nach ihrem Abitur in Guben. Danach war die jetzt 23-Jährige kurz arbeitslos, hat aber seit zwei Monaten eine Anstellung als Servicekraft in Oranienburg in der „Erlebniscity“ . Und diese Arbeit mit jungen Leuten macht ihr richtig Spaß. Ihr Freund stammt aus Guben und wohnt mir ihr zusammen in Berlin. Doch Heike will es nicht bei ihrer bisherigen Ausbildung belassen, sondern in der Hotelrichtung noch studieren. „Das Abi soll ja nicht umsonst gewesen sein“ , merkt die junge Frau selbstbewusst an.
Bis sie einen Studienplatz findet, will Heike Brose aber auf jeden Fall noch ein bisschen Geld verdienen.