Natürlich muss sich so etwas erst herumsprechen“ , schätzt Wellmann ein.
Den beruflichen Werdegang des 48-Jährigen kann man durchaus als ungewöhnlich bezeichnen, denn mit dem Gesundheitswesen hatte er zunächst überhaupt nichts zu tun. In Oberhausen geboren, verbrachte er viele Jahre in Darmstadt. Dort war er dann auch mehr als 16 Jahre in einem Industriebetrieb tätig, erst als Arbeiter, später als Vorsitzender des Betriebsrates.
Mitte der 90er-Jahre orientierte sich Wellmann komplett um. In Kassel absolvierte er die Ausbildung zum Ergotherapeuten, arbeitete mehr als fünf Jahre in einer Rehaklinik. 2005 lernte er dort seine jetzige Frau aus der Gubener Region kennen: „Das war Liebe auf den ersten Blick.“ Schließlich entschloss sich Wellmann, noch einmal einen richtigen Schnitt zu machen: Er zog nach Guben, heiratete im Juli 2006 seine Frau und eröffnete in diesem Februar die Praxis.
Die Ergotherapie unterscheidet sich von der Physiotherapie dahingehend, dass sie weniger auf manuelle Behandlungen setzt, sondern den Patienten auch viele Dinge selber tun lässt. Hauptsächlich geht es um Übungen für Schulter, Arm und Hand.
„Wir orientieren uns dabei an Alltagssituationen“ , sagt Wellmann. Schließlich ist ein Ziel, dass die Patienten möglichst selbstständig den Alltag bewältigen.
Das Klientel des Ergotherapeuten ist breit gefächert. Patienten nach einem Schlaganfall gehören dazu, aber auch Menschen, die sich bei einem Unfall einen Arm gebrochen haben, oder Kinder. Gerade bei Letztgenannten wird auf spielerische Elemente Wert gelegt. Generell wird mit den verschiedensten Materialien gearbeitet, es wird geflochten, geknüpft, modelliert oder gemalt.
Wichtig ist Klaus Wellmann auch der Aspekt der Motivation. „Und mit den verschiedenen Medien macht es einfach mehr Spaß, beispielsweise mit der Hand wieder das Greifen zu üben.“
Eine Therapie beim Ergotherapeuten ist ausschließlich nach ärztlicher Verordnung möglich.