Wenn Sie sich auf einem langen, mit Palmen gesäumten Boulevard befinden, rechts von Ihnen das blaue, glitzernde Mittelmeer und links davon rot-orange Häuser mit schönen Balkonen, Giebeln und Türmchen, vor denen eine sechsspurige Straße entlangläuft, dann können Sie sich sicher sein, dass Sie sich in Nizza befinden. Diese Stadt ist die unglaublichste und schönste Mischung aus Großstadthektik und mediterraner Lässigkeit, die ich hier im französischen Süden kennengelernt habe. Sie ist nicht nur nach der Hauptstadt Paris die zweitgrößte Metropole Frankreichs, was Tourismus, Handel und Kultur angeht. Nizza ist zugleich Hauptstadt und Verwaltungszentrale des Départements der maritimen Alpen, fünftgrößte Stadt Frankreichs und wichtigste Stadt des Ballungsraumes Nizza/Côte d'Azur. Die Stadt besitzt den zweitgrößten französischen Flughafen und den größten Kreuzfahrthafen.
Daher gibt es in Nizza auch Straßen unglaublichen Ausmaßes, zahlreiche Baustellen und modernste Häuserarchitekturen. Dennoch hat mich in Nizza noch nie der Stress eingeholt, den ich in anderen europäischen Großstädten jedes Mal verspüre. In Nizza sieht man kaum hektisch umherlaufende Büromenschen, die in Scharen zur Arbeit streben. In Nizza herrscht einfach ein anderes Tempo, eines, das von Palmen, Sonne und Gelassenheit geprägt ist.
Zudem besitzt Nizza ein sehr vielfältiges Stadtbild, das sich grob in Neu- und Altstadt teilen lässt. Einst von Griechen errichtet und Nikaïa, die Siegreiche, genannt, später von Römern ausgebaut, lässt Nizza noch Spuren seiner Gründer erkennen.
So ist das zum Beispiel im Stadtviertel Cimiez, das sich auf einem Berg im Norden Nizzas befindet, auf dem noch heute eine Arena und Thermalbäder besichtigt werden können, die zur damaligen römischen Siedlung Cemelum gehörten.
Und dann ist natürlich die Altstadt eine Besichtigung wert, die mit ihren verschlungenen, belebten Gassen und den typischen roten und orangen Häusern italienischen Charme und mediterrane Lebendigkeit vermittelt. Dort findet man übrigens auch den berühmten Blumenmarkt, auf dem täglich frische Sträuße sowie Nahrungsmittel verkauft werden.
Am Abend zeigt die Altstadt dann ihre nachtschwärmerische Seite mit zahlreichen kleinen Clubs, die in ihrer Vielfalt von Tango- über Jazz- bis zur Salsabar reichen. Ganz im Osten schließt der Hafen die Altstadt ab, von dem aus auch Schiffe in Richtung der 200 Kilometer entfernten Insel Korsika auslaufen.
Treffe ich mich mit Freundinnen oder anderen Au-Pairs in Nizza, dann machen wir uns als Treffpunkt den Place Masséna aus. Er ist der Mittelpunkt der französischen Metropole, da der Besucher von dort aus über ein paar Stufen sofort in die Altstadt gelangt, andererseits von dort die Hauptgeschäftsstraße nach Norden abzweigt sowie Bewohner wie Touristen mit der erst neulich eingeweihten Straßenbahn und den Bussen von diesem Punkt aus alle Stadtviertel Nizzas erreichen können.
In der Neustadt befindet sich zudem der größte Teil der Museen, die für alle Geschmäcker Angebote offen halten. Im Norden davon befindet sich das Universitätsviertel Baumettes.
Wer die Côte d'Azur kennenlernen will, der sollte in seinem Urlaub auf keinen Fall Nizza vergessen. Für mich stellt diese Stadt den Inbegriff der Lebensweise im Süden Frankreichs dar, wo auf der einen Straßenseite die Autos vorbeirasen und auf der anderen Zeitungsleser gemütlich auf einer Bank sitzen und ab und zu aufblicken, um das Meer zu betrachten.