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Wo Chilli und Ginger sich ausgiebig austoben können

Die 18-jährige Gesine Möller mit ihren Ponys Ginger und Chilli.
Die 18-jährige Gesine Möller mit ihren Ponys Ginger und Chilli. FOTO: Ute Richter/utr1
Guben. Gesine Möller ist Pferdenärrin. Sie trainiert ihre beiden Ponys Chilli und Ginger mit Langzügelarbeit und Schreckarbeit und gibt außerdem viele Streicheleinheiten. Auf dem alten Sprucker Sportplatz ist viel Platz dafür. Ute Richter / utr1

Wenn Chilli und Ginger auf dem ehemaligen Sprucker Sportplatz ihre Runden drehen, schauen die Gubener gern hin. Die beiden Ponys der Gubenerin Gesine Möller haben dort einen idealen Platz gefunden, wo sie sich austoben können, aber auch Ruhe finden.

Vor zwei Jahren hatte die heute 18-jährige Gesine Möller ihr kleines Pony Chilli aus einer Unterkunft am Turnerwäldchen geholt. Dem Mini-Pferdchen ging es dort nicht gut, und die Jugendliche hatte sich vorgenommen, das Tier aufzupeppeln. Vor einem halben Jahr kam Pony Ginger hinzu. Mit ihm holte sich Gesine Möller ein Rohkoppelpferd aus der Nähe von Berlin. Seitdem sie elf Jahre alt ist, beschäftigt sich die junge Gubenerin mit Pferden. Sieben Jahre davon ist sie selbst intensiv geritten. Mit dem Erwerb der beiden Ponys hat sie sich einen Traum erfüllt.

Auf einem Hof mitten in der Stadt von Guben haben die Ponys ein Zuhause auf dem heimischen Möller-Hof. Ein offener Stall und 2000 Quadratmeter Fläche stehen ihnen dort zur Verfügung. Doch mit der Möglichkeit der Pachtung der Fläche des ehemaligen Sprucker Sportplatzes sowie einer weiteren Fläche im Gubener Stadtpark eröffneten sich neue Möglichkeiten. Gesine Möller trainiert ihre beiden Ponys oft mit Langzügelarbeit, Reiten, Spaziergängen und Schrecktraining. Die junge Frau legt viel Wert darauf, dass die Tiere Spaß am Arbeiten haben. Deshalb zwingt sie sie auch zu nichts, sondern animiert ihre Lieblinge mit Belohnungen und Streicheleinheiten. "Die beiden sind total verspielt, deshalb ist es wichtig, dass sie Spaß am Training haben", sagt Gesine Möller. "Denn, wenn Pferde Spaß an dem haben, was sie machen, kann man ihnen viel beibringen", ergänzt sie.

Es sei leicht sie an alle möglichen Sachen zu gewöhnen. Zum Beispiel an den Straßenlärm an der Sprucker Straße. Viel Fachkompetenz hat sich die junge Frau angeeignet, um optimal mit den Tieren arbeiten zu können. Sie schätzt die robusten Verhältnisse, die die Ponys mit ihrem jetzigen Domizil haben. "Sie haben immer genug zu fressen, denn Pferde fressen zwölf Stunden und sind 16 Stunden am Tag in Bewegung", weiß sie. Wichtig sei, dass sie im Sommer stets genug Wasser zur Verfügung haben. Dafür sorgt eine große Wassertonne auf dem Areal an der Sprucker Straße.

Gesine Möller reitet ihre Tiere ohne Sattel, denn sie weiß, dass ihre Vierbeiner früher viel durchgemacht haben. Ohne Sattel sei einfach natürlich, ursprünglich eben. Und manchmal kommt es vor, dass vorbeikommende Kinder auf den Ponys reiten dürfen, wenn Gesine sich gerade um ihre Tiere kümmert. "Das ist so schön, wenn die Kinder sich dann freuen", sagt die Pferdenärrin. "Es wäre nur schön, wenn niemand Futter oder andere Gegenstände über den Zaun wirft", wünscht sie sich. Denn das kann zu einer lebensbedrohlichen Kolik bei den Tieren führen.

Große Unterstützung erhält die angehende Sozialassistentin von ihren Eltern und Tierarzt Pietsch. Und wenn alles klappt, kommt irgendwann ein drittes Pony hinzu.