(utr) „Ihr passt gut zu meiner Show, seid ihr doch alle im Kreuzfahrtalter“, begrüßte Tatjana Meissner die zahlreichen Besucher am Freitagabend im Gubener Volkshaus. „Die pure Hormonie“ wurde versprochen und wer Tatjana Meissner kennt, weiß, sie hält, was sie verspricht.

Die Kabarettistin und mehrfache Buchautorin widmet sich im aktuellen Programm nicht nur den Fortpflanzungsritualen, sondern auch dem Fortbestand der Menschheit. Die Potsdamerin beobachtet ganz genau ihr Umfeld und stellt dabei fest, dass sich die Bio- und Öko-Nerds permanent vermehren. Ihre eigene Tochter hingegen mit über 30 denkt noch nicht an Nachwuchs. Das macht der Meissner Angst und deshalb beschreibt sie in ihrem Programm, was sie alles unternimmt, um doch endlich zu einem Enkelkind zu kommen.

Mit ihrer Tochter und deren holländischen Freund geht sie auf Kreuzfahrt, hat dabei aber die Pläne ohne ihre Eltern gemacht, die sich in die Urlaubsgesellschaft mit einreihen. Es kam, wie es kommen musste. Alle Bemühungen, Tochter und Freund zur Fortpflanzung anzuregen, gerieten bei den Problemen der Eltern ums Bufett oder anderen Katastrophen an Deck in den Hintergrund.

Außerdem philosophierte Tatjana Meissner über die „Best Ager“ – die Generation Ü 50, der sie selbst angehört. „Wir bewegen uns in einer besonderen Lebensphase – zwischen gepflegt aussehen und gepflegt werden“, sagt sie und erntet dafür reichlich Applaus. Sie erhält viel Kopfnicken, als sie sagt: „Beim Sex im Alter geht Bequemlichkeit vor Erotik“.

Es war ein überaus lustiger Abend, denn Tatjana Meissner ist dafür bekannt, dass sie ausspricht, was sich manch einer nicht zu sagen traut. Das kommt beim Publikum gut an. Vor allem die Frauen nicken immer wieder zustimmend, wenn die Kabarettistin ihre Geschichten frech und authentisch erzählt. Es ist köstlich, Tatjana Meissner zu sehen und zu hören. Das Volkshaus-Publikum hatte einen wunderbaren Abend. Und wer weiß, vielleicht nahm sich der eine oder andere den Rat noch an diesem Abend zu Herzen: „Habt Sex – Sex für den Weltfrieden.“