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| 15:36 Uhr

Gespräche mit Forst und Peitz
Wird Guben ein Wachstumskern?

 Regionale Wachstumskerne
Regionale Wachstumskerne FOTO: Ministerium für Wirtschaft und Energie MWE/ Bearbeitung: Lehmann/lr
Guben. Neißestadt will mit Forst und Peitz stärker kooperieren und so an Fördergelder kommen.

Werden die Städte Guben und Forst sowie das Amt Peitz ein neuer Regionaler Wachstumskern (RWK) des Landes Brandenburg? Und können sie auf diesem Weg schon bald auf zusätzliche Fördergelder aus Potsdam hoffen? Fakt ist, dass die drei Verwaltungen derzeit daran arbeiten, einen entsprechenden Antrag an die Landesregierung vorzubereiten. Dieser Tage gab es im Gubener Rathaus ein Gespräch, an dem unter anderem der Stellvertretende Bürgermeister von Forst, Jens Handreck, die Peitzer Amtsdirektorin Elvira Hölzner und Gubens Stadtoberhaupt Fred Mahro teilnahmen.

Regionale Wachstumskerne sind ein Instrument der Brandenburger Landesregierung für eine gezielte Wirtschaftsförderung. Diese RWK sollen ein Motor der regionalen Entwicklung, aber auch Arbeitsplatzzentren für das Umland sein. Das Land  unterstützt solche Kerne seit dem Jahr 2005. Ihre Einführung bedeutete praktisch das Ende des Gießkannenprinzips bei der Förderung der Wirtschaft.

Aktuell gibt es 15 RWK in Brandenburg. Zumeist sind es einzelne Städte, zum Beispiel Cottbus, Potsdam, Neuruppin oder Schwedt. Es gibt aber auch RWK, die aus mehreren Kommunen bestehen, zum Beispiel Frankfurt und Eisenhüttenstadt. Königs Wusterhausen, Wildau und Schönefeld bilden den RWK Schönefelder Kreuz, während Finsterwalde, Großräschen, Lauchhammer, Schwarzheide und Senftenberg im RWK Westlausitz vereint sind.

Die RWK sollen, so ein Ziel der Landesregierung, vor allem bei der Entfaltung ihrer speziellen wirtschaftlichen wie auch wissenschaftlichen Potenziale unterstützt werden. Sie genießen in bestimmten Förderrichtlinien Vorrang. Immerhin hat Potsdam seit der Einführung der RWK im Jahr 2005 die Förderung von 167 Maßnahmen innerhalb der Kerne beschlossen. Zu den Vorhaben, die in diesem Zusammenhang Priorität genießen, gehören beispielsweise die Verbesserung der Erschließung des Industrie- und Gewerbegebietes „Woschkower Weg“ in Großräschen und die Ertüchtigung des Gleisanschlusses des Binnenhafens Eisenhüttenstadt.

Verständlich, dass auch andere Kommunen nach Möglichkeiten suchen, solche Fördermöglichkeiten für sich zu erschließen. Bisherige Versuche blieben allerdings bisher erfolglos, wie Gubens Bürgermeister in dieser Woche im städtischen Wirtschaftsausschuss deutlich machte. Sowohl über den RWK Cottbus als auch den in Spremberg sei es nicht gelungen, Projekte umzusetzen. Spremberg liege räumlich schon sehr weit weg von Guben, räumt Mahro ein. Zudem sei der dortige RWK eher klein. Vor allem im Industriepark Schwarze Pumpe werden dort Projekte umgesetzt.

Da auch Forst und Peitz bisher keine Möglichkeit gefunden haben, Projekte über die RWK in Spremberg oder Cottbus zu realisieren, werden nun Möglichkeiten geprüft, einen eigenen RWK zu bilden. Wie realistisch dieses Vorhaben ist, und ob das Land die Bildung eines weiteren Wachstumskerns befürwortet, müsse abgewartet werden. Gubens Bürgermeister betonte, dass man sich in der Phase „erster Gespräche“ befinde. Womit Guben, Peitz und Forst in Potsdam Punkte für die Bildung eines eigenen RWK sammeln wollen, steht derweil aber fest: Alle drei Kommunen liegen rund um das Kraftwerk Jänschwalde. Und dieser Standort könnte auch in Zukunft eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung der Region spielen.

Sicher zu sein scheint aber auf alle Fälle, so Mahro, dass Guben, Forst und Peitz künftig noch mehr miteinander kooperieren werden. Ob daraus letztlich ein neuer Wachstumskern wird, ist offen. Klar ist nämlich auch, dass Potsdam inzwischen für Gespräche über Förderungen außerhalb der RWK offen ist, sofern ein qualifiziertes Konzept zur Entwicklung des Standortes vorliegt.

Klar ist aber auch, dass so ein RWK einen verbindenden Charakter für Kommunen einer Region haben kann, wie das Beispiel Westlausitz zeigt. Dort werden unter dem Dach des RWK schon seit mehreren Jahren Rückkehrertage oder Firmenläufe organisiert.

(ten)