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| 02:45 Uhr

Winzerfreude und Weinfass-Kunst

Grano. Zu einem Treffpunkt für Weinliebhaber aus Nah und Fern hat sich das Granoer Weinbergfest entwickelt. Bei der diesjährigen Auflage am Samstagnachmittag konnten die Gastgeber vom Gubener Weinbauverein erneut um die 1000 Besucher begrüßen. Thomas Engelhardt / ten1

Im Mittelpunkt des Festes stand die Verkostung des Federweißen des Jahrgangs 2012. "Federweißer ist angegorener Wein mit vier Prozent Alkoholgehalt", erklärte Wilfried Olzog, der Kellermeister des Vereins. Vier Tage lang habe der Wein gegärt, der jetzt den Gästen des Weinberges angeboten wird. Bis der richtige Wein aus der diesjährigen Ernte fertig ist, vergeht dagegen noch eine Weile. Erst im März oder April kommenden Jahres werde er abgefüllt, so Olzog.

Wie viel Granoer Wein des Jahrgangs 2012 es geben wird, steht noch nicht endgültig fest. "Wir rechnen derzeit mit etwa 3000 Litern. Normal sind auf einem Hektar rund 6000 Liter, im Spitzenjahr 2008 kamen wir sogar auf 8000 Liter." Hauptgrund für den geringeren Ertrag in diesem Jahr sind laut Wilfried Olzog die Spätfröste im Frühjahr.

Neben dem Federweißen ließen sich die Besucher am Samstag auch Kaffee, Deftiges vom Grill oder Zwiebelkuchen schmecken. Der Gemischte Chor Grano sorgte für den musikalischen Auftakt. Und gleich zu Beginn wurde ein Kunstwerk des Gubeners Volker Hädicke präsentiert.

Es handelt sich um ein Relief aus Eiche, auf dem der Ablauf der Weinherstellung dargestellt ist. Das Relief soll künftig das Fass in der ebenfalls in Grano befindlichen Weinscheune zieren. "Wie lange ich daran gearbeitet habe, kann ich gar nicht sagen, aber 200 Stunden werden wohl nicht reichen", so Hädicke, der sich in Guben auch schon mit Braunkohle-Schnitzereien einen Namen gemacht hat. Angefangen habe er mit den Arbeiten am Relief, das übrigens kein Auftragswerk, sondern seine eigene Idee war, im April oder Mai dieses Jahres.

Wer mehr über den Weinanbau in Grano wissen wollte, konnte an Führungen durch den Weinberg teilnehmen. Lothar Müller und Karl-Heinz Schmolke beantworteten die Fragen der Besucher. Viele Gäste erkundeten das Terrain aber auch auf eigene Faust, wie Dietmar und Sigrun Baumgart aus Guben, die mit ihren Fahrrädern nach Grano gekommen waren. "Wir sind das erste Mal hier, weil wir bei den anderen Weinbergfesten immer im Urlaub waren", sagte Dietmar Baumgart. "Wir wollten uns einmal einen Überblick verschaffen und sind erstaunt, denn von der Straße aus sieht der Weinberg gar nicht so groß aus."

Auch Familie Schmidt aus Guben war erstmals im Weinberg. Natürlich wurde auch die eine oder andere Traube genascht. Und die, so fand Enkelin Lisa Priem, "schmecken unglaublich lecker".

Volker Hädicke präsentiert zusammen mit Gubens Apfelkönigin Anne Lehmann das von ihm geschaffene Relief für ein Weinfass. Foto: ten1
Volker Hädicke präsentiert zusammen mit Gubens Apfelkönigin Anne Lehmann das von ihm geschaffene Relief für ein Weinfass. Foto: ten1 FOTO: ten1