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| 15:58 Uhr

Landwirtschaft
Grano: Winzer erwarten gute Ernte

Mit dem Zustand der Reben auf dem Granoer Weinberg ist Matthias Jahnke weitgehend zufrieden. Der Winzer rechnet trotz Hitzewelle sogar mit einer größeren Weinausbeute als im Vorjahr.
Mit dem Zustand der Reben auf dem Granoer Weinberg ist Matthias Jahnke weitgehend zufrieden. Der Winzer rechnet trotz Hitzewelle sogar mit einer größeren Weinausbeute als im Vorjahr. FOTO: LR / Silke Halpick
Grano. Trotz Hitzewelle wird mit mehr Ertrag als 2017 gerechnet. Im Vorjahr gab es Frost und Sturm. Von Silke Halpick

Die Sonne scheint unerbittlich auf den Weinberg in Grano. Der Boden ist ausgetrocknet, doch die Reben stehen noch gut, wie Matthias Jahnke beim Rundgang findet. „Wasser könnten sie schon gebrauchen“, räumt er ein. Trotzdem rechnet der Winzer mit einer guten Ernte und höheren Erträgen als 2017. Sorgen bereiten ihm allerdings die begrenzten Kapazitäten in der Weinscheune.

„Der Lesetermin steht fest“, betont Jahnke. Am 27. September soll mit der Ernte der ersten Sorten in Grano begonnen werden. Daran werde nicht gerüttelt, was vor allem „pflanzenschutztechnische Gründe“ habe. Heißt: Die Weinreben wurden aufgrund von Mehltau-Befall behandelt und dürfen nicht früher geerntet werden. „Wir lassen uns bei allen Pflanzenschutzmaßnahmen von Experten des Weinbau-Instituts Sachsen beraten und setzen nur so viel ein, wie nötig ist“, stellt der Winzer klar. Zur Ernte selbst erwartet er wieder viele freiwillige Helfer.

Erst Ende 2016 hatte die Weinbau Patke GbR mit Sitz in Pillgram (Oder-Spree) den Weinberg in Grano gekauft. Hinter der Gesellschaft stecken der Bauunternehmer Matthias Jahnke, sein Bruder sowie ein weiteres befreundetes Brüderpaar. Der Gubener Weinbauverein musste den Betrieb des ein Hektar großen Areals aufgeben, weil die Mitglieder mittlerweile zu alt sind und Nachwuchs fehlt.

Die geernteten Trauben werden auch gleich vor Ort in der Weinscheune weiterverarbeitet. Rund 8000 Liter konnten im vergangenen Jahr abgefüllt werden. Mit 11 000 Litern rechnet Jahnke diesmal. „2017 hatten wir Frost im Frühjahr und Sturm im Herbst“, begründet er. In diesem Jahr seien die Witterungsverhältnisse besser, auch wenn die Pflanzen aufgrund der Rekordtemperaturen ihr Wachstum eingestellt haben. „Der Zuckergehalt in den Trauben ist schon jetzt sehr hoch“, sagt Jahnke.

Hauptabsatzgebiet ist der Berliner Raum. „50 Prozent unseres Weines  verkaufen wir dort“, betont der Unternehmer. Mehr potenzielle Kunden sowie die Bereitschaft, für Qualitätswein mehr zu zahlen, seien die Gründe. Zwischen sechs und zehn Euro kostet die 0,75-Liter-Flasche. Das ist Jahnke zufolge ein angemessener Preis. Im Gegensatz zur Supermarktware bekomme der Verbraucher einen sortenreinen und mit viel Handarbeit produzierten Wein. „Auch der Geschmack ist viel intensiver“, betont der Winzer.

 Das Weingut Patke plant den Ausbau seiner Anbauflächen in Grano und Pillgram sowie die Erhöhung der Produktion. Probleme bereiten aber die Arbeitsbedingungen in der Schaukellerei. „Vorn ist es viel zu heiß“, sagt Jahnke. Deshalb spielen sich Kelterei und Lagerung ausschließlich im hinteren Bereich ab, der mittlerweile zu klein wird. Jahnke favorisiert den bedarfsgerechten Umbau der Scheune. Doch diese gehört dem Förderverein. Notfalls will er die Weinproduktion komplett nach Pillgram verlagern, wie er ankündigt.

Auch Weintrauben können Sonnenbrand bekommen, sichtbar wird dieser durch braune Flecken.
Auch Weintrauben können Sonnenbrand bekommen, sichtbar wird dieser durch braune Flecken. FOTO: LR / Silke Halpick