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Naemi-Wilke-Stif
Wie wollen wir alt werden?

Vier Senioren sitzen auf einer Parkbank in Pillnitz nahe Dresden.
Vier Senioren sitzen auf einer Parkbank in Pillnitz nahe Dresden. FOTO: dpa
Guben. "Wie wollen wir alt werden?" – dieser Frage will der Gubener Naemi-Wilke-Stift im November in einem mehrtägigen Workshop nachgehen. "Die Tatsache, dass unsere Lebenserwartung jährlich steigt, entbehrt nicht der Frage, wie wir mit diesem letzen Lebensabschnitt umgehen", findet Pastor Stefan Süß, Rektor des Naemi-Wilke-Stiftes. Michèle-Cathrin Zeidler

Das Altern komme auf jeden Menschen zu, keiner könne es aufhalten. Aus Erfahrung weiß der Pastor außerdem, dass viele Menschen mit dem Eintritt in die Rente in ein Loch fallen. "Daher sollte sich jeder einmal den Luxus gönnen über diese Frage nachzudenken", rät Stefan Süß.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Naemi-Wilke-Stift mit einer existenziellen Frage des Lebens befasst. Bereits im Jahr 2015 fand ein Diakonieseminar zum Thema "Wie wollen wir sterben?" statt. Damals könnten die Teilnehmer im Rahmen eines Workshops erfahren, wie sie ein Testament und eine Patientenverfügung verfassen. Auch letzte Wünsche sowie die Gestaltung der eigenen Trauerfeier wurden besprochen. "Das Konzept kam sehr gut an und daher wollten wir die Reihe fortsetzen", erklärt der Pastor. Bereits 2016 wurde ein Versuch mit dem Thema "Wie wollen wir alt werden?" unternommen, doch das Seminar kam nicht zustande. "Wir sind zu spät an die Öffentlichkeit gegangen", räumt Stefan Süß ein. "Daraus haben wir gelernt und hoffen, dass es im zweiten Versuch klappt."

Ziel des Workshops ist es, Impulse zu geben und Anregungen zu bieten. "Außerdem sollen die Kursteilnehmer untereinander ins Gespräch kommen", sagt der Rektor der Stiftung. Berufstätige können in diesem Jahr ebenfalls an dem Seminar teilnehmen, denn der Ablauf wurde angepasst. "Wir starten am Donnerstag mit einem gemeinsamen Abendessen und Freitag geht das Programm erst am späten Nachmittag weiter", erklärt Stefan Süß. Für alle Teilnehmer, die Freitagvormittag schon Zeit haben, sind Ausflüge nach Neuzelle geplant. "Freitagnachmittag starten wir dann mit biblischen Lebenszeugnissen zum Altwerden", sagt Stefan Süß mit Blick ins Programm.

Am Samstag informiert dann unter anderem ein Physiotherapeut über gerätegestützte Krankengymnastik und Hydrotherapie und eine Ernährungsberaterin klärt über eine gesunde Lebensweise auf. Außerdem ist ein Rundgang durch die Stadt geplant, auf dem sich die Teilnehmer die Angebote für altersgerechtes Wohnen in Guben anschauen können. "Wir bieten eine Mischung unterschiedlicher Fachkompetenzen zu Medizin und Ernährung sowie den Erfahrungsschatz der kirchlichen Tradition", fasst der Pastor zusammen. Die Zielgruppe sei dabei offen gestaltet. "Da sich Fragen um das Älterwerden aber meist erst stellen, wenn Menschen an das Ende ihrer Berufszeit gelangen, ist das wahrscheinlich die erste Zielgruppe", so Süß. Das Seminar ist außerdem offen für Menschen aus Kirchengemeinden und auch solchen, die keiner Kirche angehören. "Wenn das Seminar gut angenommen wird, möchte ich die Reihe fortsetzen", verrät Süß. Als Thema für 2018 könnte er sich Selbstbestimmung vorstellen.

Zum Thema:
Im Naemi-Wilke-Stift Guben findet von Donnerstag, 2. November bis Sonntag, 5. November ein Seminar zum Thema "Wie wollen wir alt werden" statt. Anmeldungen sind im Stiftungssekretariat unter der Telefonnummer 03561 403160 oder per E-Mail an stiftssekretariat@naemi-wilke-stift.de möglich. Anmeldeschluss ist der 20. Oktober, mit der Anmeldebestätigung werden 25 Euro fällig. Die Tagungskosten betragen insgesamt 70 Euro für Verpflegung, Tagungsmaterial und Honorarkosten.