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Wie steht's ums Pastling-Paradies?

Der Pastlingsee war ein kleines Paradies bei Schenkendöbern. Jetzt sorgt er statt für Erholung vor allem für Sorge.
Der Pastlingsee war ein kleines Paradies bei Schenkendöbern. Jetzt sorgt er statt für Erholung vor allem für Sorge. FOTO: bergmann/halpick
Guben. Als Andreas Stahlberg, zuständig für bergbaubedingte Sonderaufgaben bei der Gemeinde Schenkendöbern, den Mitgliedern des Schenkendöberner Umweltausschusses den aktuellen Stand zum Pastlingsee näherbringen will, verweist er auf die noch fehlenden Ergebnisse aus einem Verdunstungstest, der seit Juli 2016 läuft. Die Ergebnisse aus dem Test sind äußerst spannend, denn sie könnten Aufschluss darüber geben, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen dem Tagebau Jänschwalde und dem immensen Wasserverlust am See gibt. Daniel Schauff

Vattenfall hatte diesen immer bestritten, andere Stimmen sehen eine klare Ursache für den Wasserverlust in der Grundwasserabsenkung für den Bergbau.

Im Laufe des März sollen die Ergebnisse des Tests sowie ein umfängliches Gutachten zum Pastlingsee vorliegen, heißt es aus dem Landesumweltministerium auf RUNDSCHAU-Anfrage. Dann könnte klar werden, inwiefern der Tagebau Schuld am Austrocknen des Sees hat.

Dem Austrocknen wird bereits seit 2015 mit der Einleitung von Wasser entgegengewirkt. Um knapp 60 Zentimeter ist der Pegel des Sees seit Beginn der Einleitung gestiegen. Das geht aus der Dokumentation des Gewässerverbands Spree-Neiße (GV-SPN) hervor. Derzeit werde kein Wasser in den See geleitet, sagt Ulrich Fehlig, Verbandsingenieur beim GV-SPN. Grund dafür sei einerseits der Frost im Januar und ein erwarteter erneuter Wintereinbruch in den nächsten Wochen, andererseits auch der geringe Abstand zwischen Moor- und Seewasserspiegel. Der Spiegel des Moors muss laut wasserrechtlicher Erlaubnis mindestens zehn Zentimeter über dem des Sees liegen.

Wahrscheinlich im März werde erneut Wasser in den See geleitet, schätzt Fehlig - abhängig von Witterung und Abstand zwischen Moor- und Seewasserspiegel. Bis zu 680 Kubikmeter Wasser pro Tag sind seit der Verlängerung der wasserrechtlichen Erlaubnis Ende Oktober 2016 in den See geflossen. Von den knapp 500 Tagen seit Beginn der Einspeisung von Wasser sind laut GV-SPN 126 240 Kubikmeter Wasser in den Pastlingsee geleitet worden - aktiv war die Zuleitung an 340 Tagen.

Inwiefern die Wassereinleitung den Pastlingsee vor dem Trockenfallen retten wird ist unklar. Allerdings könnten im März zumindest die Gründe für den Wasserverlust des einstigen Mini-Paradieses für Angler und Ausflügler feststehen. Nicht auszuschließen ist auch, dass das Gutachten Rückschlüsse auf andere Seen in der Region zulässt, denn der Pastlingsee ist nicht der einzige, dessen Wasserstand Sorge bereitet.

Zum Thema:
Einigermaßen versteckt, dafür aber sehr umfangreich und inhaltlich ist die Chronik der Rettungsversuche am Pastlingsee vollständig im Internet auf den Seiten des Landkreises Spree-Neiße einsehbar. Zu finden sind die Datenblätter unter der Internet-Adresse https:// www.lkspn.de/buergerservice/dezernate-fachbereiche/130-sachgebiet-sg-untere-wasserbehorde.html. Dorthin gelangt man auch über die Startseite des Landkreises ( www.lkspn.de), dann über die Reiter "Bürgerservice" und "Fachbereiche" bis zum Sachgebiet Untere Wasserbehörde. Unter "Veröffentlichungen" findet man dort alle aktuellen Daten zum Pastlingsee und dessen Entwicklung seit 2015.