ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:24 Uhr

Vortrag in Eisenhüttenstadt
Wie Amateurfilmer das Alltagsleben in der DDR darstellten

Eisenhüttenstadt. Der Filmtechnikhistoriker Dr. Ralf Forster gibt demnächst in Eisenhüttenstadt einen Einblick in den Amateurfilm in der DDR. In 40 Jahren schufen rund 900 Amateure mehr als 10 000 Filme. „Sie agierten zwischen staatlicher Förderung, Kontrolle und Reglementierung, erarbeiteten sich dennoch Freiräume und wirkten in die Öffentlichkeit hinein“, so Axel Dreischner vom Dokumentationszentrum für Alltagskultur in Eisenhüttenstadt.

„Nicht selten nahmen sie Randständiges in den Blick, ließen bisweilen auch Kritik deutlich werden.“ Insofern sei  der Amateurfilm in der DDR auch ein Brennglas der damaligen Gesellschaft gewesen.

Forster wird in Eisenhüttenstadt sein am 1. November erschienenes Buch  „Greif zur Kamera, gib der Freizeit einen Sinn: Amateurfilm in der DDR“ vorstellen. Es werden aber auch bislang unbekannte Filmdokumente aus und über Eisenhüttenstadt zu sehen sein, darunter ein Film über die Versetzung des vormontierten, rund 2000 Tonnen schweren Hochofens III im EKO (1962).

Aus dem Pionierfilmstudio Eisenhüttenstadt ist ein Film zu sehen, der die neue Stadt aus der Sicht eines gerade dorthin gezogenen Kindes zeigt (1966). Ein  Film aus dem Betriebsfilmstudio befasst sich mit dem Korbmacherhandwerk in Fürstenberg (1987).

Dr. Ralf Forster habilitiert zum Amateurfilm in der DDR. Der Filmtechnikhistoriker, Kurator und stellvertretende Sammlungsleiter am Filmmuseum Potsdam publizierte zur Film- und Technikgeschichte der NS-Zeit und der DDR und verfügt über eine umfangreiche Filmsammlung, die er in Programmkinos und Museen zeigt.

Buchvorstellung und Filmabend mit dem Filmhistoriker Dr. Ralf Forster „Greif zur Kamera, gib der Freizeit einen Sinn“, am Donnerstag, 15. November, um 18 Uhr, im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt (Erich-Weinert-Allee 3). Der  Eintritt kostet an diesem Abend vier Euro, Besucher bis 18 Jahre haben freien Eintritt.