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Wider die weißen Förderflecken

Grund zum Feiern: Czeslaw Fiedorowicz, polnischer Präsident der Euroregion, Bozena Buchowicz, Leiterin der Geschäftsstelle in Gubin und Carsten Jacob (v.l.) freuen sich über den nun vorliegenden Fördervertrag für den Kleinprojektefonds im Rahmen der Interreg-Förderung.
Grund zum Feiern: Czeslaw Fiedorowicz, polnischer Präsident der Euroregion, Bozena Buchowicz, Leiterin der Geschäftsstelle in Gubin und Carsten Jacob (v.l.) freuen sich über den nun vorliegenden Fördervertrag für den Kleinprojektefonds im Rahmen der Interreg-Förderung. FOTO: Euroregion Spree-Neiße-Bober
Spree-Neiße/Cottbus/Potsdam. Die Mittel für den Kleinprojektefonds der Euroregion Spree-Neiße-Bober sind bewilligt – jetzt ganz offiziell mit Unterschriften unter dem Fördervertrag. Eigentlich nur eine Formalität, hatte Carsten Jacob, Chef der Euroregion Spree-Neiße-Bober, noch vor Kurzem gesagt, nachdem der Begleitausschuss den Fonds für die aktuelle Förderperiode bereits bewilligt hatte. Daniel Schauff

Dennoch - der Fördervertrag ist eine wichtige Formalität, denn ohne ihn gäbe es keine rechtliche Basis für die Unterstützung von Begegnungsprojekten in Cottbus, Spree-Neiße und einem großen Teil des Grenzgebietes auf polnischer Seite. 8,2 Millionen Euro stehen der Euroregion für die Förderung solcher Projekte zur Verfügung - bis 2022 - 3,5 Millionen für die deutsche Seite.

Der "Frühling an der Neiße" oder der Neujahrsempfang des Naemi-Wilke-Stift in Guben, eine deutsch-polnische Logistikkonferenz 2014 in Forst, eine Studie zum grenzübergreifenden Einkaufsverhalten - initiiert von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, eine gemeinsame Ausstellung mit dem Titel "Friedrich der Große und Graf Brühl - Geschichte einer Feindschaft" in Forst und Brody (Pförten), ein deutsch-polnisches Volleyballturnier in Schenkendöbern, der Gubener-Gubiner Weihnachtsmarkt 2016 - die Beispiele für Kleinprojekte, die eine 85-prozentige Förderung aus dem Interreg-Topf erhalten, sind vielfältig. Und sie sollen noch vielfältiger werden, sagt Carsten Jacob.

Im März will die Euroregion eine Analyse erstellen, in der "weiße Flecken" auf deutscher Seite der Euroregion aufgedeckt werden sollen. Das Ziel sei es, so Carsten Jacob, herauszufinden, wo in der Euroregion in den einzelnen Förderbereichen - neun sind es insgesamt - noch nicht im Rahmen des Kleinprojektefonds unterstützt wurde.

Und wohin möglicherweise noch gar keine Fördermittel geflossen seien. Spätestens nach den Sommerferien will die Euroregion dann ganz gezielt auf Vereine und Institutionen zugehen, um "die Werbetrommel zu rühren" - nicht für sich, sondern für das Geld, das für Begegnungsprojekte zur Verfügung steht. Schon jetzt allerdings können sich Vereine, die Begegnungsprojekte mit polnischen Partnern planen, an die Euroregion in Guben wenden - egal, ob deutsch-polnisches Fußballturnier oder Feste mit Begegnungscharakter - dem Ideenreichtum der Projektpartner sind kaum Grenzen gesetzt. So kam etwa aus Gubin jüngst die Idee, künftig eine gemeinsame Fahrt von Gubenern und Gubinern zum "Zug der fröhlichen Leute" in Cottbus zu organisieren oder Ehrenbürger künftig in beiden Städten als solche zu honorieren.

Wermutstropfen für viele Vereine und Einrichtungen beim Kleinprojektefonds bleibt nach wie vor die Vorleistungspflicht. Viele Vereine könnten es sich nicht leisten, Projekte zunächst aus eigener Tasche zu zahlen und dann auf die Fördermittel zu warten, sagte etwa Günter Quiel, Vorsitzender des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche in Gubin, in einer Sitzung der deutsch-polnischen Kommission in Gubin vor wenigen Wochen.

Zumindest einen Teil der Fördermittel wolle man nun versuchen, als Vorschuss zu erhalten, sagt Euroregion-Chef Jacob. So wolle man zumindest den Fördermittelnehmern mit einer schnellen Rückzahlung helfen, die ihre bewilligten Projekte in der aktuellen Förderperiode bereits durchgeführt haben.