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| 02:37 Uhr

Wer tanzt wo?

Die Hutfabrik feiert im Volkshaus, das "Volkshaus-Team" im Comet – die Osterparty-Veranstalter sorgen in Guben für Verwirrung.
Die Hutfabrik feiert im Volkshaus, das "Volkshaus-Team" im Comet – die Osterparty-Veranstalter sorgen in Guben für Verwirrung. FOTO: Daniel SChauff
Guben. Im Volkshaus wird wieder gefeiert. Rund ein halbes Jahr ist es her, dass Dirk und Mirko Kordt den Festsaal verlassen mussten und ihre regelmäßigen Veranstaltungen in der Bahnhofstraße aufgeben mussten. Daniel Schauff

Der Grund: Es soll ein Hostel entstehen - ein "Partygebäude" wollte der neue Besitzer, die Rheinland-Immobilienverwaltungs AG (Rivag), in dem Traditionsbau nicht mehr.

Die Kordts suchten sich einen neuen Ort für Partys und landeten im Comet-Club in der Kaltenborner Straße. Die Veranstaltungen, die die Kordts dort organisieren, laufen gut. Trotzdem - der Wunsch, zurück ins Volkshaus zu gehen und dort wieder Veranstaltungen zu organisieren, ist bis heute geblieben. Vonseiten der Rivag aber führte kein Weg zurück, sagt Dirk Kordt. Umso mehr irritierte ihn, dass am Ostersamstag doch wieder im Volkshaus gefeiert wird. Party-Veranstalter Lutz Bulda hat die Gunst der Stunde genutzt. Die Umbauarbeiten am Volkshaus zum Hostel sind bis heute nicht angelaufen, bestätigt Matthias Mengdehl, Handlungsbevollmächtigter der Rivag. Grund sei die andauernde Suche nach einem Pächter, der "keine Angst vor Guben hat", wie Mengdehl es ausdrückt. Die Pläne für den Umbau stehen weiterhin, die Party am Ostersamstag sei eine "einmalige Ausnahme", sagt Mengdehl.

Für Bulda eine willkommene. Aufgrund der Nutzungsuntersagung für die Hutfabrik in der Alten Poststraße ist eine Osterparty dort nicht mehr möglich. Bulda brauchte einen neuen Veranstaltungsort und fragte bei der Rivag an, erklärt er. Und er bekam die Zusage. Gebäude und Park dürfe er nutzen, sagt Bulda und verspricht eine generationenübergreifende Party für ein gemischtes Publikum. "Ostertanz" nennt Bulda die Party - das passe zu Ort und Anlass, erklärt er.

"Ostertanz" heißt auch die Party, die im Comet-Club stattfindet, organisiert von KF-Event, der Veranstaltungsfirma der einstigen Volkshaus-Pächter Kordt. Wenig begeistert sind sie vom Werbeauftritt für die Volkshaus-Party. Mit Werbesätzen wie "Weiter geht's" erwecke die Ankündigung den Eindruck, dass es sich bei den Veranstaltern um das Volkshaus-Team handele, das zwei Jahre lang Feiern im Volkshaus organisiert hat und im vergangenen Jahr den Festsaal räumen musste.

Eine Kopie der einstigen Volkshauspartys der Kordts sei sein Ostertanz nicht, sagt Bulda. Die Hutfabrik sei eher ein Ort für jüngeres Publikum gewesen, das Volkshaus spreche eher gemischtes Publikum an - deshalb auch die Entscheidung gegen hochmoderne House-Musik und für massentaugliche Musik aus den letzten drei Jahrzehnten.

Mirko Kordt ist vor allem eins wichtig: Er will, dass die Gäste wissen, wer Gastgeber welcher Party ist und dass das einstige "Volkshaus-Team" im Comet Ostern feiere. Am Ende entscheiden die Gäste. "Ich denke, die Leute werden zwischen Comet und Volkshaus pendeln", sagt Mirko Kordt.

Zum Thema:
Die Hutfabrik scheint als Party-Veranstaltungsraum zunächst ausgedient zu haben. Laut Landkreis Spree-Neiße war ein Antrag auf Nutzungsänderung bereits 2015 negativ beschieden worden, deshalb durften Großveranstaltungen in dem alten Fabrikgebäude in der Alten Poststraße nicht stattfinden. Vor allem die jüngste Weihnachtsparty in der Hutfabrik sorgte für Ärger zwischen Unterer Bauaufsichtsbehörde des Kreises und dem Veranstalter. Comet und Volkshaus sind als derartige Veranstaltungsorte zugelassen. Anzeigen für beide Partys liegen der Gubener Stadtverwaltung vor. Die Osterparty im Comet und die Osterparty im Volkshaus starten am Samstagabend um 22 Uhr, bei beiden kostet der Eintritt sechs Euro.