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Wer klaut denn Bänke?

Forst. Mit einer nahezu unglaublichen Diebesaktion muss sich derzeit der Forster Rosengarten auseinandersetzen: Insgesamt 27 Bänke im Gesamtwert von 15 000 Euro wurden gestohlen. Bemerkt wurde dies laut Parkmanager Stefan Palm jedoch bereits nach dem letzten Rosengartensonntag Ende September. Nun hofft die Stadt, dass möglicherweise jemand etwas bemerkt hat. Steffi Ludwig

Es war nach dem Rosengartensonntag am 25. September, als Parkmanager Stefan Palm feststellte, dass im Pergolenhof fünf der weißen Parkbänke fehlten. Diese waren für die Deutsche Rosenschau 2013 nach historischem Vorbild konstruiert worden. Wiederbeschaffungswert: 1000 Euro pro Stück. "Ich habe daraufhin Strafanzeige bei der Polizei gestellt", so Palm. Denn wer diese schweren Bänke abtransportiert, muss bandenmäßig organisiert sein, vermutet er.

Er beauftragte Teamleiterin Maja Avermann nach deren Urlaub, eine Inventur aller Bänke vorzunehmen - und siehe da, es fehlte noch beträchtlich mehr: Nämlich noch zwei weitere weiße Bänke und 20 einfachere braune Holzbänke. "Letztere und deren Fehlen fallen nicht so auf, da wir sie als flexible Bänke und als Reserve verwenden, beispielsweise im Sommer um den Musikpavillon verteilen", berichtet Stefan Palm. "Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass sie vielleicht schon im August weggekommen sind." Denn wie die Inventur ergeben hat, sind im Rosengarten derzeit noch weitere 100 braune Holzbänke sowie 40 der wertvollen weißen Bänke im Bestand. Dennoch schlägt der Diebstahl natürlich ordentlich ins Kontor: Auf rund 15 000 Euro wird der Gesamtschaden beziffert.

Erklären kann sich Palm diese Dreistigkeit nicht, vermutet jedoch die Abendstunden: Denn bis Ende September sei die Kasse bis 19 Uhr besetzt, wo es eine gewisse Aufsicht gebe. Aber danach sei das Tor bis 22 Uhr offen, solange die Gaststätte "Rosenflair" geöffnet habe. Da sei es ja bereits dunkel, Diebe könnten theoretisch hinein- und herausfahren. Nachts kontrolliere ein Wachdienst das verschlossene Tor.

Nun hofft die Stadtverwaltung, dass jemand etwas gesehen hat und bittet in diesem Fall um einen Anruf in der Forster Polizeidienststelle (Telefon 03562 920). Warum sich die Stadt erst am Donnerstagabend an die Öffentlichkeit wendete, erklärt Parkmanager Palm mit der erst nötigen Inventur nach dem Urlaub der Teamleiterin und anderen notwendigen Arbeiten.

Im Internet auf Facebook schlug die Nachricht sogleich Wellen. Waren die Bänke nicht fest verankert?, fragt eine Nutzerin. Wie Stefan Palm auf Nachfrage versichert, habe man eine Verankerung der weißen Bänke bisher nicht als nötig erachtet, da sie auch hinderlich sei. Die Bänke werden im Winter ins Trockene gestellt, um ihre Lebensdauer zu verlängern. Und die braunen Bänke würden einfach zu oft hin- und hertransportiert, da sie flexibel eingesetzt werden. "Jetzt werden wir jedoch über eine dauerhafte Fixierung zumindest der weißen Bänke nachdenken müssen", räumt Palm ein. Bereits im August hatte der Rosengarten mit der Beschädigung des Froschbrunnens einen Akt von Vandalismus erlebt, im Sommer 2014 war der Löwenskulptur zweimal der Schwanz abgeschlagen worden. 2015 musste das zuvor für Radfahrer geöffnete Tor an der Reisigwehrinsel wieder geschlossen werden, weil wertvolle Schubkarren, Schläuche und ein Sonnenschutzpavillon der Hochzeitsplanerin gestohlen worden waren. Und bei den Rosengartenfesttagen kamen laut Stefan Palm trotz erhöhtem Wachpersonal zwei Boxen der Veranstaltungstechniker weg, die die Schillerbühne beschallt hatten.