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Wer kennt schon Schiedlo?

Guben.. Am 1. Oktober 2003 jährt sich zum 95. Mal jener Tag, an dem per Gesetz das Dorf Schiedlo aufgelöst wurde. Wer heute nach Spuren dieses Ortes sucht, hat es nicht leicht, Überbleibsel am rechten Ufer der Oder, genau gegenüber von Ratzdorf, zu finden. Andreas Peter

Die Natur eroberte sich dieses Terrain wieder zurück.
Interessiert man sich näher für diesen einstigen Ort, so liefert die Abhandlung des Historikers Dr. Otto Eduard Schmidt die umfangreichsten Informationen. Seine Arbeit „Schiedlo - Die Geschichte eines untergehenden deutschen Dorfes“ entstand aus Anlass seiner Auflösung im Jahre 1908. Diese inzwischen nur noch in wenigen Bibliotheken erhaltene Schrift soll zum 1. Oktober in einer neuen und erweiterten Auflage erscheinen. Vorgesehen ist neben einer Erweiterung des Bildteiles auch eine Übersetzung ins Polnische. Zudem wird einiges über den Verfasser Otto Eduard Schmidt zu erfahren sein, der sich vor allem durch seine mehrbändigen „Kursächsischen Streifzüge“ einen Namen machte.
Was er damals nicht ahnen konnte, ist der Umstand, dass einige Gebäude des Dorfes noch über Jahrzehnte erhalten blieben. Ja sie wurden ab den 1920er Jahren als Jugendherberge genutzt und hielten sich bis in die Jahre des Zweiten Weltkrieges.
Mutter Gebke fungierte lange Zeit als rührige Leiterin dieser Jugendherberge. Leider konnte ich bislang keine photographische Aufnahme aus dieser Zeit ermitteln. Sollte ein Leser der „Lausitzer Rundschau“ aushelfen können, so wäre ich dafür sehr dankbar. Bitte melden Sie sich bei der Redaktion der „Lausitzer Rundschau“ , Telefon (03561) 68 40 21.