| 02:35 Uhr

Wenn Opa mit Enkel auf die Bühne kommt

Puhdys-Mitglied Peter Meyer begeistert gemeinsam mit seinem Enkel Ludwig sowie den Musikern Frank Proft und Sandra mit Musik und Geschichten rund um die Kultband.
Puhdys-Mitglied Peter Meyer begeistert gemeinsam mit seinem Enkel Ludwig sowie den Musikern Frank Proft und Sandra mit Musik und Geschichten rund um die Kultband. FOTO: utr1
Guben. "Ein Puhdy kommt" hieß es am Freitagabend in der Gubener Fabrik. Das älteste Mitglied der Kultband, Peter Meyer, kam zu einer unterhaltsamen Quasselei in die Neißestadt. Ute Richter / utr1

Mit dem nötigen Augenzwinkern erfuhren die Besucher und Fans alles über Sex, Drugs und Rock 'n' Roll. Aus 50 Jahren Puhdys-Geschichte hatte der Altrocker viel zu erzählen.

Fast eineinhalb Jahre ist es jetzt her, da die Puhdys ihr letztes Konzert in der Mercedes-Benz-Arena in Berlin gaben. Doch was machen Musiker, die 50 Jahre auf der Bühne stehen, in ihrem Ruhestand?

Peter Meyer erzählte, dass er sich viel mit seinem Enkel beschäftigt und das Familienleben genießt. Doch ganz ohne Musik geht es eben doch nicht und deshalb hat er auf seiner Tour auch seinen Enkel Ludwig dabei. Der Zehnjährige hat offensichtlich viel von seinem berühmten Opa gelernt, spielt selbst schon Keyboard und Schlagzeug. Über die Auflösung der Puhdys sagt der Zehnjährige, der seinen Opa liebevoll "Dadda" nennt: "Ich finde es doof. Sie haben so gute Lieder und außerdem bräuchten wir noch das Geld von den Konzerten." Natürlich war das nicht ganz ernst gemeint, aber daran war zu merken, dass der Nachwuchsmusiker genau wie sein Opa nicht auf den Mund gefallen ist.

Und nicht nur das: Auch in Sachen musikalische Begleitung auf dem Keyboard stand Ludwig seinem "Dadda" in nichts nach. Gemeinsam auf der Bühne mit Frank Proft (Gitarre) und Sandra (Gesang) spielte der Steppke die alten Puhdys-Titel, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Und das nahezu perfekt - so wie es sein Opa im Originalen spielt. Hin und wieder griff Meyer selbst zum Instrument, spielte Lieder auf dem Saxofon, die bei keinem Puhdys-Konzert fehlen durften. Und die beiden Musiker Frank Proft und Sandra erinnerten mit ihren Stimmen an die großen Puhdys-Zeiten, von denen viele hoffen, dass sie noch nicht endgültig vorbei sind.

Doch auf die Frage nach einer Neuauflage Puhdys antwortet Peter Meyer: "Es sieht momentan nicht so aus." Schließlich spiele auch das Alter der Bandmitglieder eine Rolle. Doch er will es weiter sagen, dass es sich die Leute wünschen.

So erklangen die alt bekannten Titel wenigstens noch einmal an diesem Abend. Und spätestens bei der Rockerrente hielt es einige der anwesenden Damen nicht mehr auf ihren Fabrik-Stühlen und sie tanzten zur Musik.