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Weniger Straftaten an der Grenze

In Guben werden weniger Autos geklaut: 30 Kfz-Diebstähle wurden der Polizei im Vorjahr angezeigt.
In Guben werden weniger Autos geklaut: 30 Kfz-Diebstähle wurden der Polizei im Vorjahr angezeigt. FOTO: Fotolia
Guben/Forst. Die Kriminalstatitstik des Landes Brandenburg zeigt: Entlang der Grenze wird das Leben sicherer. In Forst und Guben sinken die Delikt-Zahlen deutlich – im Landesvergleich aber bleibt die Grenzregion problematisch. Daniel Schauff

1698 Straftaten sind laut Brandenburger Innenministerium 2015 in Guben registriert worden. 2515 waren es in Forst. Das sind zwar viele, im Vergleich zum Vorjahr aber deutlich weniger. In Guben hatte das Ministerium 2014 noch 2302 Straftaten gemeldet, in Forst 2914. Vor allem in Guben zeigt die Entwicklung einen positiven Trend. Die Gesamtzahl der Straftaten war zuletzt 2012 ähnlich niedrig, sonst lag sie seit 2011 immer weit über der 2000er-Grenze. 2011 knackte die Zahl der Straftaten sogar die 2500er-Grenze. In Forst hingegen gehört das vergangene Jahr im Zeitraum seit 2011 noch zu den kriminelleren Jahren. 2011 bis 2013 lag die Zahl der Straftaten in der Rosenstadt nahe der 2000er-Marke.

Positiver Trend bei Autoklau

Deutlich positiver ist der Trend speziell beim Diebstahl von Autos. Gerade einmal 14 Kfz sind in Forst geklaut worden. Im Jahr zuvor waren es noch 22, in den Jahren 2011 bis 2013 mit rund 30 weit mehr.

Eine ähnliche Entwicklung ist auch in Guben zu erkennen. Fast halbiert hat sich hier die Zahl der Autodiebstähle im Vergleich zu den Jahren 2012 und 2013. 30 gestohlene Autos hat das Innenministerium in der Neißestadt 2015 gezählt. Immerhin 55 waren es etwa 2012.

Im landesweiten Vergleich kommt der Spree-Neiße-Kreis besonders gut weg - nur im Landkreis Oberhavel und im Elbe-Elster-Kreis werden weniger Autos pro Einwohner geklaut. Für den SPN-Kreis einschließlich Cottbus wurden im Vorjahr 639 Fälle von Kfz-Kriminalität pro 100 000 Einwohner registriert - also Diebstähle von oder aus Autos. 910 waren es noch im Jahr davor. Der brandenburgische Jahresdurchschnitt liegt laut Innenministerium bei 759. 2014 lag Spree-Neiße noch weit über den Schnitt (857).

Auch beim Fahrraddiebstahl sehen die Zahlen für 2015 positiver aus als im Jahr zuvor. 317 Räder wurden in Guben geklaut (2014: 511), 519 in Forst (2014: 952). In der Kreisstadt hat sich die Zahl der Raddiebstähle also fast halbiert.

Weniger positiv ist die Entwicklung bei Einbruchsdiebstählen - in allen Grenzgebieten des Landes Brandenburg gab es 2015 einen leichten Anstieg - 229 zählt das Ministerium in den Gebieten entlang der deutsch-polnischen Grenze. Im Jahr zuvor waren es noch 207. Nur 2011 lag die Zahl mit 238 noch leicht darüber. Schlechte Entwicklungen zeigen auch die Zahlen bei Ladeneinbrüchen entlang der Grenze (Anstieg um 24,6 Prozent) und bei der Zahl der Körperverletzungen (Anstieg um 15 Prozent).

Dass dennoch die Zahlen für das vergangene Jahr insbesondere in den Grenzregionen im Großen und Ganzen einen positiven Trend erkennen lassen, liege nicht zuletzt an den zusätzlichen Streifen in Forst und Guben, so die Verantwortlichen.

Auch die Zusammenarbeit zwischen polnischer und deutscher Polizei verbessere sich ständig. Dementsprechend sehen auch die Zahlen bei der Aufklärungshäufigkeit aus. 57,3 Prozent der Fälle konnten von der Polizei geklärt werden, im Jahr 2014 waren es 53,1 Prozent. Fast fünf Prozentpunkte über dem Landeswert liegt somit die Aufklärungsquote in den Grenzgebieten.

Zehn Prozent der Straftaten

Trotzdem bleibt die deutsch-polnische Grenze der Schwerpunkt der Kriminaltiät im Land - 9563 Delikte pro 100 000 Einwohner gab es entlang der Grenze im Jahr 2015. Der Landesmittelwert liegt bei 7660.

10,6 Prozent der Straftaten in Brandenburg passieren in den 24 Grenz-Gemeinden, in denen 8,5 Prozent der Bevölkerung leben.

Zum Thema:
Die Anzahl der Wohnungseinbrüche und Ladendiebstähle ist deutlich gestiegen, vor allem in der Grenzregion. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke appelliert daher an die Brandenburger, ihre Häuser und Läden ausreichend zu sichern. Bundesweit würden rund 40 Prozent der Einbruchsversuche abgebrochen, weil die Straftäter scheiterten. In Brandenburg, so Mörke, liege der Wert bei gerade einmal 30 Prozent.