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| 15:36 Uhr

Landgericht Cottbus
Weitere Zeugen im Totschlags-Prozess vernommen

Der Angeklagte Toni W. (r.) im Prozess um den Totschlag an seiner Mutter: Vor dem Cottbuser Landgericht ist am Montag die Verhandlung gegen den Gubener fortgesetzt worden.
Der Angeklagte Toni W. (r.) im Prozess um den Totschlag an seiner Mutter: Vor dem Cottbuser Landgericht ist am Montag die Verhandlung gegen den Gubener fortgesetzt worden. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Cottbus/Guben. Aussagen stützen Annahme von psychischer Erkrankung. Der Angeklagte schweigt weiter. Von Daniel Friedrich

Im Totschlagsprozess gegen einen 42-jährigen Mann aus Guben sind am Montag weitere Zeugen verhört worden. Vor dem Cottbuser Landgericht bestätigten sie weitgehend die Annahme der Staatsanwaltschaft, wonach der Beschuldigte Toni W.* unter einer krankhaften psychischen Störung – einer sogenannten paranoiden Schizophrenie – leide.

Polizeibeamten und eine Psychaterin führten übereinstimmend aus, dass der Angeklagte unmittelbar nach seiner Festnahme im August vergangenen Jahres verängstigt und bedroht gewirkt habe. Zudem habe er in Polizeigewahrsam wirre Sätze von sich gegeben und in der Zelle gar gesungen. Es sei kein reales Tatmotiv erkennbar, so ein Ermittler der Mordkommission.

Toni W. hatte nach einer abgebrochenen Ausbildung sowie seiner Exmatrikulation seit mehreren Jahren versucht, sich selbstständig zu machen. Beim Aufbau eines Internet-Zoohandels bat er seinen Großcousin (23) um Hilfe, der am Montag ebenfalls als Zeuge aussagte. Er gab an, Toni W. als intelligent, zielstrebig und beflissen erlebt zu haben. Auch seine Absicht, unternehmerisch tätig zu werden, schätzte er als realistisch ein. Kurz vor der Tat erzählte ihm der Angeklagte überraschend „lauter verrückte Sachen“ über angebliche Prominenten-Sekten und Gladiatorenkämpfe.

Toni W. wird beschuldigt, im August 2017 seine 66-jährige Mutter mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Nach einem lautstarken Streit hatten Nachbarn die Polizei alarmiert. Diese fand den Angeklagten und seine leblose Mutter in der eigenen Wohnung vor. Aufgrund einer bereits 2015 festgestellten psychischen Erkrankung geht die Staatsanwaltschaft von Schuldunfähigkeit aus. Weil von Toni W. nach ihrer Einschätzung dennoch weitere Gefahr ausgehe, ist er seit der Tat in einem psychatrischen Krankenhaus untergebracht. Der nächste Verhandlungstag in dem Prozess ist der 20. April.

*Name von der Redaktion geändert