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Wasserpreise für Firmen steigen

Wasserpreise Guben 4c
Wasserpreise Guben 4c FOTO: LR
Guben. Unternehmen im Industriegebiet Süd in Guben müssen ab 2018 mit höheren Preisen rechnen. Von Silke Halpick

Die Unternehmen im Industriegebiet Süd in Guben müssen ab 2018 mehr Geld  für Trink- und Abwasser zahlen. Das kündigt Fred Mahro, amtierender Bürgermeister der Stadt Guben sowie Verbandsvorsteher des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ), im Hauptausschusses an. Laut Kalkulation des GWAZ werden die Gebühren beim Trinkwasser von 1,84 Euro auf 1,99 Euro je Kubikmeter steigen, beim Abwasser sind es künftig bis zu 1,82 statt bisher 1,66 Euro pro Kubikmeter. Als Grund für die Preissteigerung werden geringere Absatzmengen sowie steuerliche Veränderungen genannt. Wesentlich günstiger wird die Entsorgung des Niederschlagwassers: Hier sollen nur noch 16 statt 88 Cent pro Kubikmeter anfallen.

Für das Industriegebiet Süd zuständig ist die Stadt Guben, die einen Betreibervertrag mit dem GWAZ abgeschlossen hat. Diese Konstellation ist ungewöhnlich. Mahro verweist auf Fördermittel, die für den Ausbau der Medienversorgung im Industriegebiet geflossen sind und im Rahmen der Kalkulation an die Unternehmen weitergeben worden seien. Der jährlichen Gebührenkalkulation des GWAZ muss deshalb auch die Stadtverordnetenversammlung zustimmen. Die Unternehmen sollen im Rahmen einer Standortkonferenz im Januar über den aktuellen Stand der Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung informiert werden. Noch vor einem Jahr hatte die Stadt die Trink- und Abwasserpreise für die Unternehmen für 2017 erheblich gesenkt, teilweise um bis zu zehn Prozent. Mahro sprach damals von einem „wichtigen Signal in Richtung Wirtschaft“. Nun werden die Trinkwasserpreise deutlich über denen des  Jahres 2016 liegen. Mahro betont, dass der GWAZ als Zweckverband kostendeckend arbeiten muss.

Um Kostendeckung geht es auch beim Rechtsstreit zwischen der Stadt Guben und dem GWAZ. Der Verband hat eigenen Angaben zufolge Außenstände in Höhe von 1,2 Millionen Euro, weil in den Jahren von 2005 bis 2011 mit nicht kostendeckenden Preisen gearbeitet worden sei. Diese Ausfälle fordert der GWAZ von der Stadt zurück.

Bis zum Jahr 2011 lagen die Wasserpreise für Unternehmen im Industriegebiet bei etwas über einem Euro pro Kubikmeter. Fürs Abwasser mussten rund zwei Euro pro Kubikmeter gezahlt werden. Die Stadt reagierte damals und hob die Preise im Jahr 2012 fürs Abwasser um 25 Prozent, fürs Wasser um fast 90 Prozent an. Seitdem gab es immer wieder moderate Preissenkungen.

Der Wasserstreit dauert bereits mehr als sechs Jahre. Ein Vergleichsvorschlag des GWAZ, auf die Verzinsung der Außenstände zu verzichten, wurde vonseiten der Gubener Stadtverordneten abgelehnt. Nun muss das Gericht entscheiden. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, ist derzeit völlig offen, sagt Mahro.

Doch was passiert ohne Einigung? Der GWAZ machte bereits 2013 deutlich, dass dann die Außenstände auf die Bürger im Altverbandsgebiet Guben zurückfallen werden, weil das Industriegebiet der Stadt gehört. Bislang ist das jedoch nicht passiert. „Die Summe taucht nur in der Bilanz  auf“, sagt Mahro. Für ihn steht fest, dass die Stadt nur zahlen muss, wenn sie vor Gericht verliert.

Vorerst können die privaten Haushalte in Guben und Schenkendöbern aufatmen, für sie werden sich die Trink- und Abwasserpreise 2018 nicht ändern. Der Grund sind die neuen Zwei-Jahres-Kalkulationen des GWAZ, mit denen große Preissprünge vermieden werden sollen. Das Trinkwasser kostet 1,99 Euro pro Kubikmeter, für die Entsorgung des Abwassers werden 2,72 Euro pro Kubikmeter fällig.

Damit liegen die Abwasserpreise in Guben und Schenkendöbern weit unter denen anderer Tarifregionen des großen GWAZ-Gebietes. Zum Vergleich: Am Schwielochsee sind es 4,86 Euro und in Friedland (Oder-Spree) sowie Lieberose (Dahme-Spreewald) 5,29 Euro pro Kubikmeter. Profitieren können die Gubener vor allem von der kostengünstigen Entsorgung des Abwassers im Klärwerk auf der Gubiner Seite.