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| 17:41 Uhr

Wahl
Kandidaten blicken über die Grenze

Guben. Bürgermeister-Anwärter wollen Identität bewahren, eigene Wirtschaft stärken und das Zusammenwachsen fördern.

In rund drei Wochen wählen die Gubener ihren neuen Bürgermeister. Die RUNDSCHAU hat im Vorfeld die vier Kandidaten gefragt, welchen Stellenwert die Zusammenarbeit mit der polnischen Nachbarstadt Gubin hat.

Die Grenzlage und die daraus resultierende Zusammenarbeit mit Gubin zeige, wie Europa funktionieren könne, sagt Daniel Münschke. Allerdings sei es aus seiner Sicht wichtig, dass beide Städte ihre Identität bewahren. „Dabei scheint mir Guben momentan den kürzeren zu ziehen, während sich Gubin zu einer kleinen Boomregion entwickelt“, kritisiert er. Als Bürgermeister will Münschke die ortsansässigen Unternehmen in die Planungen einbeziehen, „um den Standort Guben zu stärken und auszubauen“.

Für Peter Stephan hat die Zusammenarbeit mit der polnischen Seite einen „hohen Stellenwert“. Das sei nicht nur eine Floskel. Allerdings gebe es hierbei zwei Ebenen: die offiziellen Empfänge und die Basis. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Vereinen, der Feuerwehr und Privatinitiativen will er künftig noch mehr stärken. „Das ist die wirklich Basis dafür, dass die Stadt zusammenwächst“, betont er.

Für Fred Mahro gibt es „keine Alternative“ zu einer Partnerschaft mit dem polnischen Gubin. „Wir dürfen nicht nur in einem Radius von 180 Grad denken, sondern müssen das für den Umkreis von 360 Grad“, betont er. Mahro setzt darauf, die Aufgaben für Guben zu strukturieren und zu diskutieren, um anschließend mit dem „Nachbarn“ darüber zu verhandeln. „Wenn es uns nicht gelingt, die Menschen in Guben und Gubin von einer Zusammenarbeit zu überzeugen, dann hat auch Europa keine Chance“, sagt er.

„Was auf kultureller  und historischer Ebene bereits funktioniert, ist gut, aber nicht zukunftsträchtig“, erklärt Harald Knoll. Als Bürgermeister will er das Hauptaugenmarkt auf wirtschaftliche und sicherheitsrelevaten Aspekte legen. „Alle grenzüberschreitenden Projekte müssen gesteuert werden“, sagt er. Die Arbeit des Marketing- und Tourismusvereins (MuT) sei auf Tourismus und Veranstaltungen ausgerichtet, so Knoll. Er wirbt stattdessen für ein Kooperations- und Marketingzentrum, dessen Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Zusammenarbeit liege.

(sha)