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| 18:28 Uhr

Guben
Auf dem Weg ins „echte Leben“

Franz Weider
Franz Weider FOTO: LR / Sebastian Matschke
Guben. Das Abizeugnis ist in der Tasche. Und was nun? Die RUNDSCHAU hat vier Absolventen aus Guben diese Frage gestellt. Von Sebastian Matschke

Zwölf Jahre sind schneller um, als man denkt und spätestens im letzten Jahr seines Schullebens am Gymnasium stellen sich Viele die Frage: „Was mache ich eigentlich danach?“ Vier junge Abiturienten aus Guben stellen ihre Ideen, Vorstellungen und Pläne für die nächsten Jahre vor.

„Man muss im System sein, um das System verändern zu können.“, sagt Franz Weider, welcher mit seinem frisch erworbenen Abiturzeugnis Politikwissenschaften studieren möchte. Nicht nur der Schule hat er viel Zeit gewidmet, sondern auch der Recherche und Planung seines weiteren Werdegangs. Beworben hat er sich an vier Universitäten, die Politik an sich oder in Kombination mit einer weiteren Richtung anbieten, wie z.B. Recht oder Wirtschaft. Gerne würde er nach Greifswald, denn die dortige Kombination Politik/ Wirtschaft könnte ihm bei der Arbeitssuche nach dem Studium behilflich sein. „Mit dem Studiengang kann ich in so gut wie allen Betrieben und Räten anfangen. Aber auch Arbeiten im Bundestag sind vorstellbar.“ Aus dem Kindheitsberufwunsch Kfz-Mechatroniker wurde in den Jahren der Traum, in die Politik zu gehen. Auch wenn er das Fach Politische Bildung nicht in der Schule belegte, eignete er sich Wissen selbst an und war als Vorsitzender des Kinder- und Jugendbeirats tätig. Bevor er aber „das System verändert“ wartet er noch auf die Zusagen.

„Stress vermeiden“, das ist Jonas Nguyen Anhs Motto, mit dem er „entspannt“ durch die Schulzeit kam. Aus dem früheren Wunsch Architekt zu werden, entwickelte sich durch die Schule der Gedanke an ein Informatikstudium. „Englisch und Informatik waren meine Lieblingsfächer.“, erzählt er stolz. Abwechslung, ein entspanntes Studienleben, neue Leute kennenlernen und Spaß an der gewählten Fachrichtung sind Jonas` Erwartungen an die fünf Jahre an der BTU.

Von einer Lehrerin am Gymnasium inspiriert möchte Moritz Herrmann nun selbst Lehrer werden. Sein großes Interesse an Informatik, Qualität in der englischen Sprache und das Klavierspielen fügten sich zu den unterrichtenden Fächerkombinationen Englisch/Informatik oder Englisch/ Musik zusammen. Für das Fach Englisch muss er noch einen Einstiegstest absolvieren, welcher Vokabeln, Buchstabieren, Grammatik und Multiple Choice beinhaltet. Zugelassen wurde er an der Universität in Dresden, an der zehn Semester auf ihn warten, um später bundesweit an Gymnasien, unterrichten zu dürfen. „Lehrer soll der Beruf sein, der am glücklichsten macht“, sagte er lächelnd und fügte noch hinzu, dass die Abwechslung in diesem Beruf und im Fach Informatik ausschlaggebend für seine Berufs- und Studienwahl war. Zuletzt hatte Moritz noch eine Mitteilung für die künftigen Abiturienten: „Genießt die 12. Klasse!“ Er selbst wird seine Schulzeit vermissen.

„Mir haben Sport und kreative Fächer Spaß gemacht.“ Dies ist auch der Grund, weshalb Philipp Wuttke sich weiterhin kreativ betätigen möchte. Modedesign ist sein größter Traum. Selbst sagt er, dass es wohl ein Traum bleiben wird. „Es gibt viele Bewerber und einen Einstiegstest.“ Er wird aber konsequent weiterarbeiten. Erfahrungen hat Philipp schon durch sein T-Shirt-Projekt gesammelt, bei dem er mit einem Klassenkameraden T-Shirts mit einer Weltkarte bedruckte und die Einnahmen dann an einen Umweltbetrieb, der Bäume pflanzt, gespendet hat. Das Projekt erlangte recht schnell an Aufmerksamkeit und so war ein ganzer Kurs des Pestalozzi-Gymnasiums am Projekt beteiligt. Das Kleidungsstück mit Aufdruck ist schon sowas wie ein Schul-T-Shirt geworden. Lehrer und Schüler tragen es. Auch nach dem Abi möchte er diese Idee weiterführen. Zwar könnte er auf Hindernisse stoßen, würde diese aber mit neuen Leuten und Brands meistern. Die Einnahmen sollen weiterhin gespendet werden. Wenn der Traum mit dem Modestudium nicht in Erfüllung geht, hat er immer noch einen Plan B: ein Architekturstudium. Nichtsdestotrotz: „Weiterhin kreativ sein und erfolgreich sein mit dem, was ich mache“ sind seine Ziele.

Jonas Nguyen Anh
Jonas Nguyen Anh FOTO: LR / Sebastian Matschke
Moritz Herrmann
Moritz Herrmann FOTO: LR / Sebastian Matschke
Philipp Wuttke
Philipp Wuttke FOTO: LR / Sebastian Matschke