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| 02:38 Uhr

Was geschah mit Laika?

Laika war kerngesund, sagt Halterin Cindy Weiße. Nach einem Besuch in Guben musste sie sterben.
Laika war kerngesund, sagt Halterin Cindy Weiße. Nach einem Besuch in Guben musste sie sterben. FOTO: zvg
Guben. Der Fall gibt Rätsel auf. Die 14-monatige Schäferhündin Laika verendet qualvoll nach einem nachweihnachtlichen Heimatbesuch ihrer Halterin Cindy Weiße in Groß Breesen. Daniel Schauff

Die Diagnose der Tierärztin im bayrischen Schwindegg: Laika starb an einer Vergiftung. Rattengift hatte die junge Hündin innerlich verbluten lassen. Fast ein Monat lag zwischen dem Besuch in Guben und dem Tag, als die Tierärztin Laika einschläfern musste, sagt Halterin Cindy Weiße. Was genau in Guben geschehen ist, kann sie nur vermuten.

Laika war ein "Draußen-Hund", sagt Cindy Weiße. Sowohl daheim in Schwindegg als auch beim Besuch der Familie in Groß Breesen blieb die Schäferhündin auch nachts vor der Tür im großen Garten. In der Regel, sagt Cindy Weiße, habe sie Laika am Morgen genau dort angetroffen, wo sie sich am Abend zuvor zum Schlafen gelegt hatte. Anders aber war es Cindy Weiße zufolge am 28. Dezember. Laika war von ihrem Schlafplatz verschwunden, die Suche im Garten war erfolglos.

Sie habe entdeckt, dass das Gartentor offenstand. Dass sich die Hündin selbst ihren Weg ins Freie gebahnt haben könnte, hält Cindy Weiße für ausgeschlossen. Das Tor sei mit einem Querbügel gesichert gewesen, zusätzlich hatten Cindy Weißes Eltern einen schweren Stein vor beide Torflügel gelegt. Der sei nach innen verschoben gewesen, sagt sie.

Von Nachbarn ihrer Eltern in Groß Breesen habe sie erfahren, dass in der Nacht zum 28. Dezember ein Auto entlang eines unbefestigten Weges hinter den Grunstücken auf der Groß Breesener Straße entlanggefahren sei. Bekannt sei das Auto den Nachbarn nicht gewesen, Verdacht habe aber auch keiner geschöpft.

Eine Suche nach dem Hund im Umfeld von Groß Breesen in im Gubener Zentrum war erfolglos, berichtet die Halterin - trotz der Flugblätter, die auch Händler aus Guben ausgehangen hatten und trotz zahlreicher Suchmeldungen auch im Internet. Erst der Kontakt zum Tierheim in Eisenhüttenstadt habe über Kontakte dazu geführt, dass eine Suchmeldung nach Laika auch auf polnischen Internetseiten veröffentlicht wurde. Zwei Tage nach Laikas Verschwinden bekam Cindy Weiße dann einen Anruf aus Polen - der Hund war entlang der Schnellstraße 32 zwischen Guben und Zielona Góra gesichtet worden - rund 15 Kilometer hinter dem Grenzübergang bei Schlagsdorf. Dass die Hündin allein bis dorthin gelaufen sein könnte, hält Cindy Weiße für ausgeschlossen.

Kurz nach der Rückkehr nach Schwindegg begannen bei Laika die Blutungen in der Lunge und später auch im Hirn. Auch Vitamin K, ein Gegenmittel gegen Rattengift, half nicht ausreichend, um die Hündin zu retten, so dass die heimische Tierärztin Laika Ende Januar erlösen musste, erzählt Cindy Weiße.

Dass ein Einbrecher die Hündin entführt, vergiftet und ausgesetzt haben, sei nur eine Mutmaßung, sagt Cindy Weiße. Sie hält es aber für möglich, dass es Unbekannte auf den neuen Wagen ihrer Eltern abgesehen hatten und nicht mit einem Hund gerechnet hatten. Ebenso sei es aber auch möglich, dass es Täter auf den Hund abgesehen hatten, sagt Cindy Weiße. Wichtig sei ihr, dass Hundehalter in Guben auf ihre Tiere achtgeben, damit den Vierbeinern Laikas Qualen erspart bleiben.

Zum Thema:
Der Polizei liegen keine Anzeigen wegen vergifteter Tiere aus der Region Guben vor, heißt es auf RUNDSCHAU-Anfrage. Cindy Weiße hat gerade erst Anzeige erstattet, möglicherweise sei die noch in Bearbeitung und noch nicht registriert, so die Polizei. Dass ein Täter ausgemacht werden könnte, glaubt Cindy Weiße nicht - den Tod ihrer Hündin einfach hinnehmen, wollte sie aber auch nicht, sagt sie.