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Warum Guben an Hoppegarten scheitert

Karl-LudwigBöttcher
Karl-LudwigBöttcher FOTO: privat
Guben. Die Gubener haben das Rennen um den Brandenburgtag 2016 verloren. Das zuständige Kuratorium in Potsdam empfiehlt der Landesregierung stattdessen die Gemeinde Hoppegarten. sha

"Das Konzept war überzeugend, die Vorstellung gut, die Geschichte schlüssig", begründet Karl-Ludwig Böttcher, Vorsitzender des Kuratoriums und Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes auf RUNDSCHAU-Nachfrage.

Die Gemeinde hat bei ihrer Bewerbung ganz gezielt auf das Thema Pferd gesetzt. "In Hoppegarten gibt es die zweitgrößte Galopp-Rennbahn Deutschlands", erklärt Böttcher. Mit in den Brandenburgtag einbezogen werden soll auch das Landgestüt Neustadt-Dosse. Punkten konnten der Bewerber auch mit seinem ungewöhnlichen Auftritt beim Kuratorium: Kinder ritten symbolhaft auf Holzpferden ein.

"Es war aber ein Fotofinish", räumt Böttcher ein. Das soll heißen: Die Entscheidung war äußerst knapp. Die eingereichten Konzepte der beiden Städte Guben und Bad Freienwalde lagen "auf Augenhöhe" mit der Bewerbung der Gemeinde Hoppegarten.

Am Gubener Konzept gefallen hat dem Kuratorium insbesondere der deutsch-polnische Aspekt. Dieser steht Böttcher zufolge überhaupt nicht im Widerspruch zum Leitgedanken des Brandenburgtages als Landesfest. Sich noch mehr auf die deutsch-polnische Partnerschaft zu konzentrieren, ist sein Tipp an die Neißestädter für eine mögliche nächste Bewerbung. Die Gelegenheit dazu besteht im Jahr 2016. Dann wird die Ausrichtung des Brandenburgtages für 2018 ausgeschrieben.

Mit einem Vorurteil räumt der Vorsitzende des Kuratoriums jedoch auf: Nicht die geographische Lage der Bewerberstädte ist ausschlaggebend für den Zuschlag. Hätte Guben das mit Abstand beste Konzept präsentiert, hätte das Kuratorium die Neißestadt empfohlen. Auch wenn dann der Brandenburgtag das dritte Mal hintereinander im Süden des Landes gefeiert wird.