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| 01:00 Uhr

„Wahrsagen“ mit Paradiesfrüchten

Günter Quiel , Vizepräsident der Pomologischen Gesellschaft zu Guben, half beim Pflanzen eines Apfelbäumchens für Lara Nitschke.
Günter Quiel , Vizepräsident der Pomologischen Gesellschaft zu Guben, half beim Pflanzen eines Apfelbäumchens für Lara Nitschke. FOTO: FOTO-Werner
Guben.. Zwölf Baby-Apfelbäumchen mehr gedeihen seit Sonnabend im pomologischen Garten an der Ahornstraße. Gepflanzt wurden sie beim 1. Gubener Apfeltag. Die Stadt Guben und die hiesige Pomologische Gesellschaft hatten zu diesem facettenreichen Fest eingeladen. Viele Besucher nutzten das Angebot. Von Jana Pozar

"Stellvertretend für alle Neugeborenen die in den letzten Monaten in Guben begrüßt werden konnten, wachsen die Apfelbäumchen", sagte Fred Mahro, stellvertretender Bürgermeister von Guben. "Danke an alle Eltern, die hier Kinder bekommen haben. Wenn wir solche Aktionen in Gubin durchführen würden, hätten wir bald Apfelbäumchenwälder", sagte der Gubiner Bürgermeister Lech Kiertyczak verschmitzt.
Angelina Rothe ist eine kleine Gubenerin, die jetzt ihr eigenes Apfelbäumchen hat. Gemeinsam mit Schwester Melanie passte die vier Monate alte Maus auf, wie ihre Mutti Karina das Bäumchen pflanzte.
Der 1. Gubener Apfeltag, der die vielseitigen Obstbautraditionen der Region vermitteln und lebendig erhalten soll, wurde ein Volltreffer. Angebote für Kinder, wie Apfel malen oder Kürbis schnitzen, und für Erwachsene Vorträge oder Tipps für den Apfelgärtner - für jeden war etwas dabei. "Glücklich wären wir, wenn wir den Obstanbau in Guben wieder zur wirtschaftlichen Blüte bringen könnten", war von Günter Quiel, Vizepräsident der Pomologischen Gesellschaft zu Guben, zu hören.
Andrang herrschte bei Dr. Hilmar Schwärzel von der pomologischen Versuchsstation in Müncheberg. "Der Mann ist ein Genie", meinte Gisela Malenky beeindruckt. "Er konnte mir an Hand des Apfels erklären, wie ich den Baum pflegen muss, wie groß der Baum ist, was ich falsch gemacht habe", sagte sie begeistert.
Auch Elke Wolter hatte einige Äpfel mitgebracht, deren Sorte sie nicht kannte. "Wir haben vier etwa 25 bis 30 Jahre alte Apfelbäume im Garten, wissen aber nicht welche", sagte sie. ",Idared' und ,Jonagold'", wusste Dr. Schwärzel sofort. "Die halten sich bis in den Juni des nächsten Jahres", sagte er der Kleingärtnerin aus Guben.
Neugierig schaute sich Emil Pech aus Eisenhüttenstadt die vielen ausgestellten Apfelsorten vom riesigen „Paesgoods Sondersgleichen“ über „Elektra“ , „Roter Eiserapfel“ oder „Karmeliter Renette“ bis hin zum kleinen „Geheimrat Breuhahn“ an. "Ich bin ein ,Mini-Pomologe', beschäftige mich seit vielen Jahren mit der Bestimmung von Apfelsorten", sagte er begeistert von den vielen Sorten. "Ich nehme mir so viele Merkmale wie möglich mit", fügte der Besucher hinzu. Dabei bewunderte er das saftige Grün des „Albrecht“ -Apfels und machte sich Notizen über die Beschaffenheit der anderen knackigen roten, grünen und gelben Paradiesfrüchte.
Den Nachmittag begleiteten der Groß Gastroser Männerchor, Schüler der Musikschule Guben sowie leichte Musik, die das Unterhalten und Austauschen von Apfel-Wissen ermöglichte.
Apfelkönigin Kathrin Lewandowsky verteilte unter den zahlreichen Gästen frisch gepressten, süßen Apfelsaft. Gebackene Apfelringe mit Zucker und Zimt, Apfelkuchen und natürlich Äpfel der verschiedensten Sorten konnten gekostet werden. "Äpfel in allen Variationen sind einfach lecker. Hier gibt es viel mehr Apfel für den Gaumen und alle anderen Sinne als beim Appelfest", schwärmte Sigrun Morgenthal.
Günter Lohse von der Pomologischen Gesellschaft war am Abend sehr zufrieden mit der Resonanz auf den 1. Apfeltag. "Die Arbeit war nicht umsonst, das zeigen uns die vielen Besucher", sagte er stolz. "Danke allen Organisatoren, dem Fachbereich III der Stadtverwaltung, den Händlern, der Förderschule und den Besuchern."
Der Apfeltag klang mit einem Lampionumzug, angeführt von dem Spielmannszug "Musikspatzen" aus Cottbus und einem Feuerwerk über den neu gepflanzten Apfelbäumchen aus.