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| 02:42 Uhr

Vorfreude auf Deutsch und Polnisch

Aufmerksam verfolgten Alt und Jung den Gedichtvortrag von den vier "Regenbogen"-Steppkes.
Aufmerksam verfolgten Alt und Jung den Gedichtvortrag von den vier "Regenbogen"-Steppkes. FOTO: ten1
Guben. Ein gemeinsames vorweihnachtliches Programm haben am Dienstag Mädchen und Jungen der Gubener Kita "Regenbogen" und der Gubiner Kita Nr. 1 aufgeführt. Im Domizil der Gubiner Einrichtung an der ul. Piastowska begrüßten sie dazu Gäste aus beiden Städten. Thomas Engelhardt / ten1

Mit roten Zipfelmützen auf dem Kopf luden die Kinder ihre Gäste, unter ihnen Apfelkönigin Anne Lehmann und der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Horst Kühn, zum Mitmachen ein. So tanzten und sangen alle gemeinsam und füllten Wunschzettel für Weihnachten aus.

Seit 2005 kooperieren beide Kindertagesstätten nun miteinander - anfangs mit Unterstützung der Europäischen Union, seit nunmehr fünf Jahren eigenständig. Regelmäßig gibt es Treffen zwischen deutschen und polnischen Kindern, sogar eine gemeinsame Tanzgruppe mit dem Namen "Tip-Top" wurde aufgebaut, die zahlreiche Veranstaltungen dies- und jenseits der Neiße mitgestaltet. "Im Vordergrund steht das Kennenlernen der anderen Kultur. Das geschieht in erster Linie spielend", sagt Grazyna Hrabska, Leiterin der Gubiner Kita. Dabei werde die Sprachbarriere geschickt umgangen, "denn beim Spielen braucht man nicht viele Worte", so Hrabska. Außerdem bestehe für die Gubiner Mädchen und Jungen schon in der Kita die Chance, Deutsch zu lernen. Marianne Noak, Leiterin der Kita "Regenbogen", bestätigt die Aussagen ihrer polnischen Kollegin. "Wenn, dann sind es eher die Erwachsenen, die Probleme haben. Aber auch das hat sich gelegt. Die Eltern merken, wie ungezwungen es zwischen den Seiten zugeht und dass die Kinder keine Berührungsängste haben." In Vorbereitung des Weihnachtsprogramms wurde der Kontakt intensiviert. Speziell die "Tip-Top"-Kinder trafen sich zu regelmäßigen Proben im Gubiner Kulturhaus.

Auch die Gäste hoben den Wert des Miteinanders hervor. "Wenn wir bei den Kleinsten beginnen, werden wir in Zukunft davon profitieren", sagte Robert Woszak, Stadtverordneter in Gubin. So wie bei der Zusammenarbeit der Gymnasien.

Monika Wachsmann war als Vertreterin des Fördervereins für den Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche in Gubin zu Gast. "Die Zusammenarbeit ist wichtig. Wir als Verein haben von Beginn an versucht, die Kinder mit einzubeziehen. Daraus ist eine gute Bekanntschaft geworden." Anna Dziadek von der Bauhütte Gubin ergänzte: "Die Kinder waren bereits im Infozentrum an der Berliner Straße und bei einem Seminar, das wir für Kita-Erzieherinnen im Gubiner Kulturhaus durchgeführt haben, zu Besuch. Der Austausch ist wichtig, jedes Treffen bietet dazu eine Möglichkeit." Während des Programms führten beide Frauen mit den Kindern ein Quiz rund um das Thema Stadt- und Hauptkirche durch und schenkten ihnen am Ende T-Shirts.

Die Zusammenarbeit beider Einrichtungen wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Erster Höhepunkt soll im Januar ein gemeinsamer Oma-und-Opa-Tag werden.