Von Thomas Engelhardt

In dieser Woche wird Leipzig wieder zur Literaturhauptstadt Deutschlands. Von Donnerstag bis Sonntag lockt die dortige Buchmesse zum direkten Austausch der Leser mit Autoren und Verlagen. Und mittendrin ist auch der Gubener Andreas Peter mit seinem Niederlausitzer Verlag.

Für Peter ist es bereits die 16. Teilnahme an der Buchmesse. Er präsentiert sich dort an einem Gemeinschaftsstand mit dem Märkischen Verlag aus Wilhelmshorst bei Potsdam. In der Halle 5, am Stand G 300, wird der Gubener einen Querschnitt seiner Publikationen vorstellen – in erster Linie Bücher, Landkarten oder Stadtpläne rund um die Geschichte der Niederlausitz. Zweimal hat Andreas Peter auch schon Bücher bei speziellen Veranstaltungen auf der Messe vorstellen können, eines von Schriftstellerin Rosemarie Schuder und eines aus der Reihe über die Klosterkirchenmaus Piepsi.

„So eine Messe ist einfach Werbung für meinen Verlag“, sagt Peter. Die meisten seiner Bücher seien im normalen Buchhandel nämlich nur schwer zu erhalten. Da trifft es sich gut für den Verleger, dass das Publikum in Leipzig teilweise sehr gezielt auf die Suche nach bestimmter Literatur geht. „Die Buchmesse gibt mir die Möglichkeit zu zeigen, dass es uns gibt.“ Dabei orientiere sich die Leipziger Messe sehr an den Lesern, während bei der Buchmesse in Frankfurt/Main der Kommerz im Vordergrund stehe.

Dabei spielt auch in Leipzig das Geld eine wichtige Rolle. So muss Andreas Peter beispielsweise anteilig für die Standkosten aufkommen. Generell gilt für ihn aber das Motto: „Werbung kostet Geld, aber keine Werbung kostet noch mehr Geld.“

Und genauso geht es auf der viertägigen Veranstaltung nicht nur um gezielte Nachfragen der Kundschaft. „Im besten Fall wird von den Besuchern etwas gekauft“, so Peter. Er erwartet auf der anderen Seite aber auch die eine oder andere Anfrage von Autoren, die wissen wollen, ob ihr Manuskript nicht etwas für den Verlag wäre.

Nicht zu unterschätzen ist, dass der Verleger auf der Buchmesse auch Werbung für Guben macht. „Ich habe immer einige Flyer der Touristinformation dabei.“ Letztlich ist es ein Geben und Nehmen: Wer Guben besucht, nimmt vielleicht auch an einer Führung des Stadtwächters teil, die Andreas Peter regelmäßig anbietet.

Zu den Publikationen, die der Gubener in Leipzig vorstellen wird, werden unter anderem das jüngst veröffentlichte Hörbuch mit Rosemarie Schuder und zwei neue Karten gehören. Noch nicht ganz so weit, aber bereits mit Spannung erwartet wird die Veröffentlichung des ersten Stadtwächter-Hörbuches mit Gubener Versen und Gedichten. Es soll zum Frühlingsfest im Mai auf den Markt kommen.

Insgesamt sieht Andreas Peter die Branche auf einem guten Weg. Das habe erst am Wochenende die Eröffnung der Ausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“ im Kulturschloss des Landkreises Spree-Neiße in Spremberg gezeigt. „Es waren sehr viele Besucher da, die beeindruckt waren, was es so alles an regionaler Literatur gibt.“ Und auch das Projekt „Märkische Dichterstraße“ nehme mit inzwischen rund zehn Stationen immer mehr Gestalt an.