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LR vor Ort
Kandidaten stellen sich vor

Vier Kandidaten wollen in Guben der neue Bürgermeister werden und ins Rathaus einziehen.
Vier Kandidaten wollen in Guben der neue Bürgermeister werden und ins Rathaus einziehen. FOTO: J“rg Ciszewski
Guben. Vor der Bürgermeisterwahl in Guben diskutiert die RUNDSCHAU in der Alten Färberei mit den vier Bewerbern über Kommunalpolitik.

Die Gubener wählen am 22. April ihren neuen Bürgermeister. Zur Wahl stellen sich vier Kandidaten: Fred Mahro (CDU), Stephan Peter (Linke), Harald Knoll (FDP) sowie Daniel Münschke (AfD). Die RUNDSCHAU will mit den Bewerbern über Stadtentwicklung, Bürgerbeteiligung, Grenzkriminalität, Wirtschaft und Haushalt diskutieren sowie die Menschen hinter den Wahlplakaten vorstellen.

Der amtierende Bürgermeister Fred Mahro hatte als Erster seine Kandidatur öffentlich erklärt. Seit mehr als sechs Jahren arbeitet er bereits als Rathauschef. Nun will er sich auch „den Rückhalt aus der Bevölkerung“ holen, wie er betont. Mahro gilt vor allem als ein Mann der Wirtschaft. Die ortsansässigen Unternehmen liegen ihm am Herzen, wie er selbst immer wieder gern betont. Auch der Ausbau der Kitas und Schulen sowie der Stadtumbau sind wichtige Felder, die er beackern will. Mahro selbst bezeichnet sich als „grundsätzlich konservativ“, was sich auch nach der Wahl nicht ändern werde. Dennoch will er vieles anders machen, auch weil er als vom Volk gewählter Bürgermeister anders agieren könne als ein vorübergehend eingesetzter Stellvertreter.

Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro ist von der CDU.
Gubens amtierender Bürgermeister Fred Mahro ist von der CDU. FOTO: stadt

Ein Stadtchef „für alle“ will Peter Stephan werden. Der parteilose Kandidat, der von den Linken nominiert wurde, ärgert sich selbst über oft viel zu lange Entscheidungswege und den meist nur kurzfristig ausgerichteten Fokus der Verwaltung. „Viele Leute auf der Straße meckern“, sagt Stephan, der als Stadtverordneter die Kommunalpolitik in Guben bestens kennt. Als „schwarzen Fleck“ in der eigenen Biografie bezeichnet er die Zusammenarbeit mit der Stasi. Während des Wehrdienstes an der Grenze hatte er Soldaten für den DDR-Geheimdienst eingeschätzt, eigenen Angaben zufolge aber „keine Biografien oder gar Leben zerstört“. Stephan will vor allem das Ehrenamt in der Stadt stärken und die soziale Arbeit in den Fokus stellen. Viele Gubener kennen ihn auch als Mitorganisator der traditionellen Maifeiern  der IG Bau in der Gartensparte Süd-West in Guben.

Peter Stephan zieht für die Franktion Die Linke in den Bürgermeisterwahlkampf.
Peter Stephan zieht für die Franktion Die Linke in den Bürgermeisterwahlkampf. FOTO: Silke Halpick / LR

An die „liberale Handschrift“ seines Vorgängers Klaus-Dieter Hübner will Harald Knoll „anknüpfen“, wie er selbst sagt. Der gebürtige Altdöberner ist parteilos und wurde von der FDP nominiert. Seine Frau Kerstin Hansmann ist Stadtverordnete und seit mehr als 30 Jahren FDP-Mitglied. Der bisher kommunalpolitisch recht unbekannte Knoll lebt seit 22 Jahren in Guben, arbeitet aber in der unteren Bauaufsichtsbehörde beim Landkreis Elbe-Elster in der Außenstelle Finsterwalde. Er will das Stadtumbaukonzept „weiter voranbringen“ und setzt auf Um- statt Rückbau. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Jugendarbeit. „Die Jugend muss in der Stadt gehalten werden“, betont er.

Der parteilose Harald Knoll wurde von der FDP nominiert.
Der parteilose Harald Knoll wurde von der FDP nominiert. FOTO: Foto Profi Foto Kliche

Für die Alternative für Deutschland (AfD) geht Daniel Münschke ins Rennen. Der gebürtige Gubener lebt heute in Cottbus und arbeitet eigenen Angaben zufolge als Finanzberater. Er sieht sich selbst nicht als Rechter, sondern stehe in der „Mitte der Partei“. Sein erklärtes Ziel ist, den demografischen Wandel zu stoppen und neue Arbeitsplätze in Guben zu schaffen. Im Fall eines Wahlsieges wäre er zunächst ein Bürgermeister ohne eigene Hausmacht. Denn die AfD ist in der Gubener Stadtverordnetenversammlung nicht vertreten. Münschke will fraktionsübergreifend Mehrheiten finden. Angst, ins Abseits zu geraten wie der ehemalige Forster Bürgermeister Phillip Wesemann (SPD) habe er nicht. Er bezeichnet sich selbst als „robust“ und „Realist“.

Daniel Müschke tritt für die AfD bei der Bürgermeistewahl an.
Daniel Müschke tritt für die AfD bei der Bürgermeistewahl an. FOTO: Silke Halpick / LR

Die Bürgermeisterwahl in Guben ist nach dem plötzlichen Tod des Amtsinhabers Klaus-Dieter Hübner (FDP) im Dezember 2017 unumgänglich. Hübner war allerdings bereits seit 2012 vom Bürgermeisterposten suspendiert. 2015 verurteilte ihn das Landgericht Cottbus wegen Untreue und Bestechlichkeit. Deshalb blieb ihm auch trotz des Wahlsiegs im Jahr 2016 der Zutritt ins Rathaus verwehrt.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR
(Halpick)