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| 10:24 Uhr

Von Kunst zu Kommunikation

Elke Wetzel (v.) und Karin Schröder präsentieren Textilkunst im Infozentrum auf der Berliner Straße.
Elke Wetzel (v.) und Karin Schröder präsentieren Textilkunst im Infozentrum auf der Berliner Straße. FOTO: Daniel Schauff
Guben/Gubin/Przylep. Der Bogen ist ein tollkühner – von der Textilkunst zweier Gubener Künstlerinnen und deren Schülerinnen im Infozentrum auf der Berliner Straße in Guben zum Zentrum für Deutsch-Polnische Begegnungen in Przylep. Daniel Schauff

Günter Quiel, Vorsitzender des Fördervereins zum Wiederaufbau der Stadt- und Hauptkirche Gubin, spannt ihn trotzdem. "Wir wollen im Infozentrum einen Ort schaffen, in dem sich Talente präsentieren können", sagt Quiel und deutet auf die Werke, die gerade die Wände in dem großen Raum zieren. Die Messlatte liegt hoch, immerhin sind die beiden Textilkünstlerinnen Elke Wetzel und Karin Schröder Mitglieder der Gubener Kunstgilde und alles andere als Anfängerinnen in ihrem Fach. Die Werke ihrer Schülerinnen sind filigran, außergewöhnlich und haben kaum noch etwas mit dem klassischen "Patchwork", dem Flickennähen, zu tun.

Quiel aber senkt die Messlatte gleich wieder und erzählt vom Besuch der Mitarbeiter einer Gubiner Behindertenwerkstatt im Infozentrum. Die hatten kleine Geschenke gebastelt, darunter etwa Grußkarten, und an interessierte Gäste verkauft. "Die haben einen ordentlichen Umsatz gemacht", sagt Quiel und erinnert sich daran, wie aufgeregt die Mitarbeiter der Werkstatt waren, einmal "auf der anderen Seite" der Neiße ihre Kunstwerke zu präsentieren und anzubieten.

Aus der Aktion ist eine enge Zusammenarbeit geworden, sagt der Vereinsvorsitzende. Gestern sind Mitglieder des Fördervereins nach Przylep aufgebrochen - sechs Kilometer von Zielona Gora entfernt, um die damaligen Gäste noch einmal begrüßen zu dürfen. Rund 30 Mitarbeiter der Behindertenwerkstatt sind es, die in Przylep auf den Besuch aus Guben warten. Zehn Deutsche, vornehmlich Mitglieder des Fördervereins, sagt Quiel, checken im Laufe der Woche im Zentrum für Deutsch-Polnische Begegnungen ein, um bis Dienstag kommender Woche unter anderem auch über die Kunst den Kontakt zur Behindertenwerkstatt und deren Mitarbeitern zu pflegen. Gefördert wird die Begegnung mit EU-Mitteln über die Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Vielleicht, sagen Elke Wetzel und Karin Schröder, sind auch einige ihrer Schülerinnen in Przylep dabei, um mit den Mitarbeitern der Gubiner Behindertenwerkstatt über die Textilkunst in Kontakt zu kommen. Die Ausstellerinnen selbst können nicht dabei sein.

Günter Quiel wird am Donnerstag nach Przylep reisen, um selbst Teil der Begegnung zu werden, und hofft, dass noch einmal Werke aus der Gubiner Behindertenwerkstatt im Infozentrum zu sehen sein werden. Wer selbst ein Talent deutschen und polnischen Besuchern präsentieren wolle, sagt der Vereinschef, sei beim Förderverein herzlich willkommen. Gerade erst habe er ein syrisches Mädchen angesprochen, ob sie ihre Malereien und Basteleien nicht auf der Berliner Straße ausstellen wolle.

Patchwork mal anders
Die Kunst von Elke Wetzel und Karin Schröder ist von Montag bis Freitag zwischen neun und 13 Uhr im Infozentrum, Berliner Straße 5, bis zum 20. Oktober zu sehen. Talente, die ihre Kunst auch in der Gubener Innenstadt zeigen wollen, können sich ans Infozentrum wenden. Auch Musiker werden gesucht für deutsch-polnische Konzerte in der Stadt- und Hauptkirche.