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| 01:06 Uhr

Von Bewerbung bis Seniorenbetreuung

Guben.. Für zwei Tage von fünf auf vier Frauen geschrumpft ist die ABM im Gubener Frauentreff an der Karl-Gander-Straße. Eine der Frauen hat erfreulicherweise seit gestern wieder eine feste Anstellung. Morgen nimmt eine andere ihren Platz in den Vereinsräumen ein. B. Remus


An diesem Dienstagmorgen hat sich eine andere Gubenerin im Frauentreff an den Rechner gesetzt, um Bewerbungen zu schreiben. Seit April 2002 ist die gelernte Kindergärtnerin arbeitslos. Die CD „3333 Bewerbungen“ dient der 40-Jährigen als Hilfsmittel. ABM-Chefin Annette Pfeiffer steht ihr beratend zur Seite.
Zwei andere der ABM-Frauen machen sich kurze Zeit später auf den Weg ins Rosa-Thälmann-Heim. Sie betreuen dort regelmäßig Heimbewohner. An diesem Tag wollen sie mit ihnen wieder einen Ausflug ins Grüne unternehmen. Auch donnerstags ist das Thälmannheim aus diesem Grund ihr Ziel.
Mittwoch vormittags gelten derartige Besuche den Bewohnern der „Herberge zur Heimat“ . Auch bei Veranstaltungen in der Seniorenwoche und beim Sportfest haben die Frauen geholfen.
Mittwoch nachmittags trifft sich jeweils eine Frauengruppe zum kreativen Arbeiten in den Vereinsräumen. Etwa zwei Handvoll arbeitslose oder erwerbsunfähige Frauen sowie Rentnerinnen sind es jeweils. Basteln, Frisur und Kosmetik, Ausflüge stehen dann zum Beispiel auf dem Programm. Seit ABM-Beginn wurden bereits Touren an den Göhlensee mit Floßfahrten auf dem See, ein Ausflug zur Wagenburg in Groß Drewitz und an den Deulowitzer See unternommen.
Heute Nachmittag fährt die ganze Gruppe in ein polnisches Dorf nördlich von Gubin. Dort wohnt Anna Roman. Mittwochs kommt die Schneiderin regelmäßig in den Frauentreff, um dort Änderungsarbeiten an Textilien von Sozialschwachen durchzuführen. Für heute hat die Mittdreißigerin die Gubenerinnen zu sich zum Grillen eingeladen.
Während Annette Pfeiffer davon berichtet, bereitet sich die vierte der ABM-Frauen auf den Treff der von ihr gegründeten Selbsthilfegruppe „Hand in Hand“ vor. Alkoholabhängige Frauen kommen seit Mitte Juni jeden Dienstagnachmittag im Frauentreff zusammen, um über ihr Problem zu sprechen, sich auszutauschen.
Wie die ABM-Frauen feststellten, stießen sie mit ihrem Angebot in eine Bedarfslücke. Sechs, sieben Süchtige sind es bisher, die meist ungeduldig auf den Beginn der Zusammenkunft warten. In den kommenden zwei Wochen ist jedoch Pause. Erst am 5. August findet der nächste „Hand in Hand“ -Treff statt.