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| 16:40 Uhr

Kartografie zum Klosterareal Neuzelle
Vom Streit zur Grenzziehung

Handgezeichnete Historie: Die Karte des Klosterareals weist auch Bereiche des alltäglichen Lebens aus, wie die Küche, das Schlacht- und Brauhaus.
Handgezeichnete Historie: Die Karte des Klosterareals weist auch Bereiche des alltäglichen Lebens aus, wie die Küche, das Schlacht- und Brauhaus. FOTO: Kloster Neuzelle
Neuzelle. Eine Auseinandersetzung zwischen Klostermitarbeitern und Bauern führte vor 260 Jahren zur Erstellung des Stiftsatlas. Die handgezeichneten Originalkarten aus dem Jahr 1758 sind jetzt bis zum 30. Oktober in Neuzelle zu sehen.

Die Klosterwelt spielte sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in exakt vermessenen Grenzen ab. Ein Grund für die genaue Einteilung des Areals war ein Streit zwischen Landwirten und Kirchenmännern um Gebietsansprüche. Die Äbte Martinius und Gabriel gaben die Aufzeichnung der landwirtschaftlichen Flächen, Dörfer, Wirtschaftsbetriebe, Mühlen und Forsthäuser in der Mitte des 18. Jahrhunderts in Auftrag. Nach den Kriegsverlusten im 30-jährigen Krieg und Verpfändungen hatte die Klosterleitung zahlreiche Liegenschaften wieder erworben. Damit diente die Kartografie auch der Vermessung und Beschreibung des Vermögens.

94 handgezeichnete und farbige Abbildungen umfasst die Kartografie. Dazu gehören die Flurkarten aller Stiftsdörfer, Übersichtspläne von Böhmen, Mähren und der Lausitz sowie Wappentafeln, Klosteransichten und ein Generalplan des Stifts.

Nach Auflösung des Klosters im Jahr 1817 gelangte der Atlas in private Hände. 1911 erwarb die Bezirksregierung Frankfurt (Oder) die Karten. Zuletzt befand sich das Konvolut in der Berliner Staatsbibliothek. Zum 750-jährigen Bestehen des Klosters ist es bis zum 30. Oktober in Neuzelle ausgestellt. Alle Karten sind dort auch digitalisiert zu sehen. Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 7. Oktober, um 15.30 Uhr im Kalefaktorium des Klosters statt.

(chw)