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| 01:03 Uhr

Vom Kriegsgeschehen noch verschont geblieben

Guben.. Als die Gubener Neujahr 1944 auf das vorhergegangene Jahr zurückblickten, stellten sie zufrieden fest, dass die Neißestadt bis dahin vom Kriegsgeschehen verschont geblieben war, dass es für alle zu essen gab und die Kultur in Form von Theater, Kino oder Konzerten aufrechterhalten (ga)

werden konnte. Die Stadt an der Neiße war im Jahr 1943 auch zur Heimat von „Bombengeschädigten“ und Evakuierten geworden.

Jahr der Jubiläen
Das Jahr 1943 brachte für die Gubener auch viele Jubiläen: 50 Jahre Geflügelzuchtverein; vor 80 Jahren wurde die erste Gubener Turnhalle eingeweiht; Gubens Oberbürgermeister ist zehn Jahre im Amt, vor 20 Jahren wurde das Stadthaus eingeweiht.
Und hier einige weitere wichtige Schlagzeilen des Jahres 1943:
Der Oberbürgermeister verkündete im März vor den Ratsherren den Ausbau der Oberschule für Mädchen in der wissenschaftlichen Form.
Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Triftstraße wurden drei Kinder getötet.
68 Siedlerstellen wurden an die Siedler in Mückenberg übergeben.

Erfolge auf Landesebene
Die Neißestadt stellte im Leistungsvergleich des Gartenbaues drei Landes- und einen Bezirkssieger.
Das „Heidelberg an der Neiße“ stand in der Größenordnung deutscher Städte an 147. Stelle.
Aufgrund des Krieges erfolgte im Mai die Verschmelzung des „Fürstenberger Kreisanzeiger“ mit der „Gubener Zeitung“ zu einer nun kleineren Einheitsausgabe.
54 Gubener Mütter, die mehr als drei Kinder geboren hatten, erhielten das „Mutterkreuz“ .

Großer Verlust
Einen großen Verlust erlitt die Stadt mit dem Tode des Bürgermeisters Dr. Winkler am 12. Juli 1943. Winkler war 33 Jahre im Dienste der Stadt tätig.
Am 19. August begann der erste Fortbildungskursus für die Kriegsversehrten der Gubener Lazarette.
Für zwei Frauen wurde die Todesstrafe wegen Postraubes verhängt.
Die Imker des Kreises Guben lieferten 5000 Kilogramm Honig ab.
Das Schillertheater aus Berlin spielte bei einem Gastspiel „Clavigo“ . Zuschauer waren die „neuen Gubener“ .

Ein neues Gebäude
In der Kurmärkischen Straße stellte die Stadt ein neues Gebäude für das Säuglingsheim zur Verfügung.
Daneben gab es die obligatorischen Appelle der SA und der Hitlerjugend. So fand die „feierliche Aufnahme“ des Jahrgangs 1925 der Hitlerjugend in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) statt.