Er arbeitet viel, ständig, ist 24 Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche erreichbar. Und wenn ein Anruf kommt, dann geht's los. Egal um welche Uhrzeit, egal an welchem Wochentag. Mario Wanke, 42 Jahre alt, ist immer beschäftigt. Für viel mehr bleibt kaum Zeit. Für den Schützenverein nur manchmal, für den Kampfsport auch hin und wieder. Aber an Wettkämpfen teilnehmen, dazu hat Wanke selten Gelegenheit. Seine Firma braucht Zeit, sein Beruf ebenfalls. Wanke ist viel unterwegs. "Ich war überall", sagt er.

Der Lebensmittelpunkt sei zwar schon immer in Guben gewesen, aber sein Beruf habe ihn mehr als einmal woanders hin verschlagen. Jetzt könnte es ein bisschen ruhiger werden, sagt er. Schließlich baut der gebürtige Neißestädter gerade ein Haus in seiner Heimatstadt. Und Zeit mit den drei Kindern und seiner Partnerin will er auch verbringen können. Ob das Amt des Bürgermeisters da nicht genau der falsche Weg sein könnte? Nein, sagt Wanke. Im Vergleich zu seinem Beruf als Personenschützer und Sicherheitsfachmann sei eine Verwaltungswoche sicher das reinste Zuckerschlecken. Ein paar Termine am Wochenende? Auch das sei kein Problem. Und immer noch stressfreier als seine jetzige Tätigkeit.

Sicherheit spielt große Rolle

Den Großteil seiner Zeit verbringt Wanke damit, sich um die Sicherheit anderer zu kümmern. Wie genau er seinen Beruf bezeichnen soll? Personenschützer sei schon richtig, sagt Wanke. Auch Bodyguard sei nicht falsch. Sicherheitsfachmann würde auch passen.

Sein Ziel im Rathaus passt zu seinem Beruf: mehr Sicherheit für Guben. Die Einbrüche im Stadtgebiet treiben ihm die Sorgenfalten ins Gesicht. Auch bei der RUNDSCHAU-Diskussionsrunde der Bürgermeisterkandidaten am 10. Mai betont er, dass er die Stadt sicherer machen wole.

Es mache zudem nicht viel Sinn, wenn sich ein Bürgermeisterkandidat dadurch auszeichnet, dass der Polnisch kann, nicht aber aus Guben komme, sagt Wanke mit deutlichem Seitenhieb auf Mitbewerber Ingo Schuster (SPD). Er sei Gubener und damit bestens geeignet für das Amt des Bürgermeisters von Guben.

Mit Parteien, sagt Wanke, könne er nicht viel anfangen. Er will sich weder auf eine politische Linie noch eine Parteinähe einlassen. "Ich will ja für alle dasein", sagt er. Das gehe nicht, wenn man einer Partei angehöre. "Parteien sind da, um Menschen zu trennen", sagt Wanke. Er wolle die Menschen aber zusammenbringen.

Wanke will Transparenz. Die Bürger sollten erfahren, was im Rathaus vor sich geht, sagt er. Mangelnde Transparenz nennt der 42-Jährige auch als eins der größten Probleme Gubens. Auch deshalb habe sich in den vergangenen Jahren in Guben kaum etwas bewegt, so Wanke. Es sei an der Zeit, dass sich das ändere.

Wanke will Vorbild sein

Was genau er dem Bürger zeigen möchte, das will Wanke noch nicht verraten. Vor einem möglichen Amtsantritt könnte zu viel Transparenz nach hinten losgehen. Wanke will seine Ideen fürs Rathaus nicht den übrigen Kandidaten aufs Butterbrot schmieren, sagt er. Aber er will Vorbild sein. Das sei schließlich auch die Aufgabe eines Bürgermeisters.

Warum es ihn überhaupt in Richtung des Bürgermeister-Sessels treibt? Er habe schon öfter mit der Idee gespielt, sagt Wanke. Jetzt - mit der Wahl in Juni - sei die Gelegenheit da gewesen. Um sein Sicherheitsunternehmen macht sich Wanke keine Sorgen. Das werde weiterlaufen. Er habe einen Geschäfts-Partner.

Zum Thema:
Die Bürgermeisterwahl in Guben ist am 26. Juni 2016. Die Kandidaten sind Mario Wanke, Thomas Leopold, Kerstin Nedoma (Linke), Ingo Schuster (SPD) und Klaus-Dieter Hübner (FDP). Der Termin für eine eventuelle Stichwahl ist der 17. Juli. Die Wahl eines Bürgermeisters wurde nach der Ablehung der Revision gegen das Urteil des Ex-Verwaltungschefs Klaus-Dieter Hübner durch den Bundesgerichtshof notwendig.