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| 16:00 Uhr

Ehrung
Volker Naschke steht auf Uckermärker

Die Kühe von Volker Naschke aus Schenkendöbern sind zu 100 Prozent hornfrei. Für sein Engagement erhielt er den Tierzuchtpreis.
Die Kühe von Volker Naschke aus Schenkendöbern sind zu 100 Prozent hornfrei. Für sein Engagement erhielt er den Tierzuchtpreis. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Schenkendöbern . Der Schenkendöbener hat für sein Engagement für die Rasse den Tierzuchtpreis erhalten.

Tierzüchter Volker Naschke wurde im Rahmen der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung (BraLa) am vergangenen Wochenende vom Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft des Landes Brandenburg mit dem Tierzuchtpreis 2018 ausgezeichnet. „Ich hatte damit nicht gerechnet. Es gibt so viele gute Kollegen“, erzählt der Schenkendöbener. „Dieser Preis ist eine hohe Anerkennung für meine Arbeit.“ Der Erfolg seiner Uckermärker auf der BraLa bestätigen das züchterische Können des 59-Jährigen: Von seinen drei vorgestellten Tieren wurden zwei zum Reserve-Sieger und eines zum Sieger gekürt.

Volker Naschke wurde vom Ministerium für sein Engagement für die Rasse Uckermärker ausgezeichnet. Mit seiner Zuchtarbeit trage er maßgeblich zur positiven Entwicklung der Rasse bei. Außerdem ist er Gründungsmitglied der Interessengemeinschaft Uckermärker und seitdem in deren Arbeitsgruppe aktiv. „Nach der Wende habe ich meine Zucht zunächst mit  tschechischen Fleckvieh-Färsen aufgebaut“, erinnert sich der Züchter. Da die Händler mit der Zeit aber vermehrt helle Tiere suchten, stellte er seine Zucht auf die im Optimalfall cremefarbenen Uckermärker um.

„Diese Rasse kommt mit unseren Standortbedingungen gut zurecht“, weiß Volker Naschke. Sie gilt als anpassungsfähig, hat eine gute Weideeignung und eine hohe Raufutteraufnahme: „Außerdem haben die Uckermärker eine gute Mütterlichkeit, Fruchtbarkeit und Fleischigkeit.“ Nach der Wiedervereinigung hatte die Rasse trotz dieser vielen guten Eigenschaften zu kämpfen. „Damals gab es nur noch rund 400 Tiere auf zwei Gütern“, erzählt Volker Naschke. Durch engagierte Züchter liegt die Population heute wieder bei rund 4100 Tieren. 292 Uckermärker stehen dabei aktuell in Schenkendöbern im Stall und auf der Weide.

„Um die genetische Breite und Vielfalt zu erhalten, setze ich bei der künstlichen Befruchtung oftmals auf alte DDR-Bullen-Linien“,  verrät der gelernte Agraringenieur. Durch den gezielten Einsatz der künstlichen Befruchtung ist es Volker Naschke gelungen, dass seine weiblichen Kühe zu 100 Prozent hornfrei sind. „Unter den Kühen kommt es immer wieder zu Rangkämpfen, und so wird die Verletzungsgefahr minimiert“, erklärt Volker Naschke. Auch das Verletzungsrisiko für das Pflegepersonal sei ohne Hörner deutlich kleiner: „Daher habe ich meine Zucht bereits zeitig und konsequent auf hornfreie Uckermärker ausgerichtet.“ Da diese Eigenschaft dominant vererbt werde, sei ihm dies auch in Kombination mit den alten DDR-Bullen-Linien mit Hörnern gelungen.

Die Tiere von Volker Nasche sind nicht nur seit Jahren erfolgreich auf Landes- und Bundesschauen unterwegs, seine hoch veranlagten Bullen sind auch an der Besamungsstation der RBB Rinderproduktion Berlin-Brandenburg GmbH begehrt.

„Ich exportiere meine Tiere nach Polen, Tschechien und Usbekistan“, sagt der Familienvater. Das seien nur die legalen Exporte: „In den vergangenen Jahren hatte ich immer wieder mit gezielten Viehdiebstählen zu kämpfen.“  28 seiner besten Tiere seien gestohlen worden. „Das hat meine Züchtung gewaltig zurückgeworfen“, gesteht er.

Doch Aufgeben kam für ihn nie in Frage. „Wir sind ein Familienunternehmen und haben viel in den Betrieb investiert“, sagt Volker Naschke. Sein ältester Sohn arbeitet bereits in der Zucht mit.

„Trotz vieler Schwierigkeiten habe ich habe es nie bereut, diesen Weg eingeschlagen zu haben“, erzählt Volker Naschke. „Ich genieße es, meine Tiere am frühen Morgen in aller Ruhe auf der Weide zu beobachten.“

(Zeidler )