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| 02:35 Uhr

Vogelgrippe setzt Hobby-Züchtern zu

Lassen sich die Schau nicht vermiesen: Mitglieder des Kleintierzuchtvereins beim Aufbau.
Lassen sich die Schau nicht vermiesen: Mitglieder des Kleintierzuchtvereins beim Aufbau. FOTO: Daniel Schauff
Kerkwitz. Auf Tauben, Hühner und Enten wird der Kleintierzuchtverein in Kerkwitz bei seiner Schau am Wochenende verzichten müssen. Die geltende Stallpflicht macht den Geflügelzüchtern in der Region einen Strich durch die Rechnung. Daniel Schauff

Die Vorbereitungen für die Schau am Wochenende laufen schon am Montagabend. "Wir fangen immer montags an", sagt Wolfgang Straße, Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins im Ort. Fast wäre alles wie immer vor den Schauen - doch für die Kleintierzüchter in dem Schenkendöberner Ortsteil wird die erste Schau im Jahr des 70-jährigen Vereinsbestehen eine ungewöhnliche. Denn dort, wo sonst sowohl Geflügel als auch Kaninchen zu sehen sind, gibt es am Wochenende nur Langohren zu bestaunen. Der Grund, erklärt Wolfgang Straße, ist die Stallpflicht, die seit November in Brandenburg gilt und entgegen der Hoffnung der Züchter auch zu Beginn des neuen Jahres noch nicht aufgehoben ist.

"Ich hätte gern auch Geflügel hier gehabt", sagt Straße. Für den Vereinschef hält sich der Schaden zunächst in Grenzen, er denkt aber auch an die Züchter in der Gegend. Bleibe ein Huhn im Stall, wirke sich das nicht positiv auf dessen Gesundheit aus.

Rund 50 Enten, Zwerghühner und Tauben wären es auch am kommenden Wochenende gewesen, die in der Vereinsscheune auf der Hauptstraße zu sehen gewesen wären. Die Käufer, sagt Wolfgang Straße, sind eher an Langohren interessiert, Geflügel aber gebe der Schau noch einmal eine andere Farbe. Die Federtiere, sagt er, seien schon prächtig, wenn man sie aus der Nähe betrachte.

Rund 100 Langohren

Dass ein Großteil der Schau den Kaninchen gewidmet ist, ist für den Verein ein Glücksfall. So werden am Samstag von 9 Uhr bis 16 Uhr und am Sonntag von 9 Uhr bis 15 Uhr rund 100 Langohren in dem Vereinsdomizil zu bestaunen sein. Für Halter und für Züchter gebe es gute Kaufmöglichkeiten, kündigt Straße an. Der Januar, erklärt er, sein ein guter Monat für den Verkauf von Kaninchen. Viele der Tiere mussten rund um die Weihnachtszeit ihr Leben lassen für den Festtagsbraten. So sei bei vielen Haltern wieder Platz im Käfig.

Wie viele Besucher sich auf den Weg in die Vereinsscheune machen werden, sei schwer abzuschätzen, sagt der Vereinschef. Mit rund 250 rechnet er am Samstag und Sonntag, das sei aber auch witterungsbedingt. Früher, sagt Straße, seien bis zu 250 pro Stunde zu den Schauen gekommen. Das habe sich in den vergangenen Jahren aber stark verändert.

37 Mitglieder zählt der Verein derzeit. Die Sommerschau, der Weihnachtsmarkt, der Dorfladen - die Aufgaben, die der Verein derzeit wahrnimmt, gehen weit über die Kleintierzucht hinaus. Viel mehr gehe auch nicht angesichts der aktuellen Mitgliederzahl, so Wolfgang Straße.

Planung bis Anfang 2018

Für die mittlerweile nahezu traditionellen Programmpunkte im Kerkwitzer Dorfkalender werden die Mitglieder des Vereins auch 2017 engagieren, bevor im nächsten Jahr im Januar die Landesrammlerschau auf dem Programm steht. So weit geht die Planung des Vereins bereits.

In dieser Woche allerdings dreht sich alles um die Organisation der Kleintierschau am Wochenende. Die Käfige stehen, die Halle wird in den kommenden Tagen nur noch gesäubert und für die Gäste hergerichtet und dekoriert.

Neben den Züchtern und Haltern seien auch Kinder oft begeistert von den "süßen Langohren", die in der Scheune zu sehen sein werden. Für sie und die übrigen Gäste wird es selbst gebackenen Kuchen, Bockwurst und andere Angebote geben, der Dorfladen nebenan hat während der Schau geöffnet.

Zum Thema:
Die Kleintierschau in Kerkwitz am Wochenende startet am Samstag und Sonntag jeweils um 9 Uhr. Am Samstag ist die Vereinsscheune bis 16 Uhr geöffnet, am Sonntag bis 15 Uhr. Rund 100 Kaninchen werden zu sehen sein, auf rund 50 Enten, Tauben und Hühner muss der Verein wegen der seit November im Land geltenden Stallpflicht verzichten. Die Stallpflicht gilt zum Schutz vor Vogelgrippe. Der Vereinsvorsitzende Wolfgang Straße rechnet nicht damit, dass die Stallpflicht kurzfristig aufgehoben wird, sagt er.