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| 02:39 Uhr

"Viele haben ein falsches Bild von Country-Musik"

Country-Sängerin Linda Feller kommt nach Guben.
Country-Sängerin Linda Feller kommt nach Guben. FOTO: Agentur
Linda Feller kommt am heutigen Samstag, 15. März, nach Guben. Die Country-Sängerin singt ab 20 Uhr in der "Fabrik". "Einmal Nashville und zurück" hat die Musikerin ihr Konzert genannt. Die RUNDSCHAU sprach mit Linda Feller über ihre Leidenschaft für Country-Musik, ihren Auftritt in Nashville und Dolly Parton. Mit Linda Fellersprach Thomas Seifert

Frau Feller, die Gubener sind gespannt auf Sie und Ihre Country-Musik.
Und ich freu mich auf die Gubener. Ich kenne die Stadt zwar noch nicht, habe aber schon viel davon gehört.

Sie bringen die Country-Musik in die Stadt?
Alte und neue Songs bringe ich mit und natürlich die Klassiker der amerikanischen Country-Musik. Und ich erzähle auch ein bisschen darüber. Es wird meine kleine persönliche Geschichte zu dieser Musik.

Sie wollen Anfang Mai Ihr neues Album mit dem Titel "Und immer noch ich" veröffentlichen, oder?
Ja, und es ist mittlerweile mein 36. Album. Die Release-Party findet in Burgweiler bei Köln statt. Das passt alles ganz gut in dieses Jahr, in dem ich mein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiere.

In diesen 30 Jahren haben Sie zur Country-Musik gefunden. Warum hat man in Deutschland oft Vorbehalte gegenüber dieser Musik?
Weil viele Musiker aus Deutschland noch immer Country-Musik wie in den 1950er-Jahren machen. Und das im Karohemd und in Stiefeln - das hat mit Country-Musik nichts zu tun. Viele haben von dieser Musik ein völlig falsches Bild. Was viele Deutschen mit dem Outfit verbinden, das ist schlicht und einfach die Arbeitskleidung eines Rangers. Wir würden ja in Amerika auch nicht im Blaumann auf die Bühne gehen.

Sie sind Mitte der 1980er-Jahre in einer Talentshow im DDR-Fernsehen entdeckt worden. Hat man auch in der DDR Country-Musik gehört?
Wir haben im Osten mit Country-Musik 2,5 Millionen Schallplatten verkauft. Im Dezember 1985 wurde die erste Country-Scheibe überhaupt beim ostdeutschen Plattenlabel Amiga produziert, und auf der waren internationalen Country-Hits gesungen von DDR-Künstlern. "Country Roads" hieß die Scheibe. Das hat den Fans dieser Musik natürlich sehr gefallen. Bei dieser Amiga-Produktion bin ich das erste Mal mit Country-Musik in Berührung gekommen. Ich war begeistert, was man in dieser Musik alles machen kann. Ob das Rockabilly, Rock'n'Roll, Schlager oder auch Elemente aus der Klassik sind, in dieser Musikrichtung ist alles erlaubt. Und meine Songs bestücke ich vorwiegend auch mit Instrumenten, die in der Country-Musik verwendet werden.

Das sind zum Beispiel?
Die Pedal-Steel-Gitarre, das Banjo, die Blues Harp - das sind für mich ganz interessante Elemente.

Die Grand Ole Opry ist die langlebigste Radioshow der US-Rundfunkgeschichte. Die seit 1925 wöchentlich aus Nashville, Tennessee, übertragenen Country-Musik-Konzerte haben Kultstatus. Dort traten Sie als erste deutsche Künstlerin im Jahr 1988 mit dem Titel "Silver and Gold" von Dolly Parton auf. Wie sind Sie zu diesem Auftritt gekommen?
Ich habe von den Veranstaltern der Grand Ole Opry eine Einladung bekommen. Das ist für einen Country-Musiker überhaupt das Höchste. Das kann man eigentlich vergleichen mit der Mailänder Scala für einen klassischen Musiker. Die Show, die dort zweimal am Tag vor mehr als 4300 Menschen läuft, wird amerikaweit live im Radio übertragen. Das ist für mich ein unvergessliches Erlebnis. Nach meinem Auftritt bin ich dann noch ins Studio, und wir haben Smalltalk gemacht.

Haben Sie Dolly Parton persönlich kennengelernt?
Nein. Wir hatten das zwar geplant, aber so einfach ist das dann doch nicht. Sie ist ständig unterwegs.

Mit welchem Country-Star würden Sie gern mal ein Duett singen?
Das ist ganz schwer zu sagen. Aber eigentlich schon mit Dolly Parton oder Ricky Skaggs.