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| 16:35 Uhr

Guben
Verwaltung legt fünf Varianten vor

Guben. Anfangs ging es nur um mehr Platz für Hortkinder, mittlerweile wird in Guben über einen kompletten Neubau für die Friedensschule diskutiert.

  Auf den großen Wurf hofft beispielsweise SPD-Fraktionschef Günter Quiel. Anderen Abgeordneten geht das zu schnell und zu weit. Immerhin sind dafür Investitionen von bis zu sieben Millionen Euro nötig. Eine Unterarbeitsgruppe soll’s nun richten. Auf dem Tisch liegen aktuell fünf Varianten, die Fachgebietsleiterin Mandy Große auf der gemeinsamen Sondersitzung des Haushalts- und Sozialausschusses vorstellt. Die bevorzugte Variante aus Sicht der Verwaltung ist auch die wirtschaftlichste: Rund 1,15 Millionen Euro kostet Expertenschätzungen zufolge der Umbau des Guwo-Wohnhauses in der Schulstraße 8. Pluspunkte sind die kurzen Wege, die Reduzierung der Hortstandorte von vier auf drei sowie die Möglichkeit der zeitnahen Umsetzung.

Denn die Zeit sitzt der Stadt im Nacken: Nur noch bis zum Beginn des Schuljahres 2019/2020 läuft die Sondergenehmigung für den Hortbetrieb der Friedensschule. Danach fehlen definitiv 88 Plätze. Da es einen Rechtsanspruch auf Betreuung gibt, muss die Stadt entsprechende Kapazitäten bereithalten, erklärt der amtierende Bürgermeister Fred Mahro.

Eine weitere Möglichkeit ist ein „standortnaher“ Erweiterungsbau, der zwölf zusätzliche Klassenräume und eine Aula bringt. Fast 1700 Quadratmeter mehr Platz haben dann die Schüler. Das Erdgeschoss des jetzigen Schulgebäudes soll für den Hort genutzt werden. Die Baukosten liegen bei 7,31 Millionen Euro.

Noch ganz neu ist eine abgespeckte, kleinere Version mit nur fünf neuen Klassenräumen. Auch ohne die Aula ist mit Investitionen in Höhe von 5,45 Millionen Euro zu rechnen.

Der Umbau der ehemaligen AOK-Villa in der Alten Poststraße 63, den die Links-Fraktion ins Spiel brachte, kostet rund 3,45 Millionen Euro. Die denkmalgeschützte Villa verfügt über eine Nutzfläche von 1200 Quadratmetern, von der für die benötigten Hortplätze nur die Hälfte gebraucht wird. Eine Zusammenlegung aller Hortstandorte in der Villa funktioniert aber nicht, weil dafür der Platz  zu klein ist. Die Integration einer Kita als Lückenfüller ist aus Verwaltungssicht nicht empfehlenswert, weil die Aktiv- und Ruhezeiten der  Kinder miteinander kollidieren.

Für den Anbau an das vorhandene Schulgebäude, analog dem in der Corona-Schröter-Schule, sind 2,75 Millionen Euro eingeplant. Dadurch sollen sechs neue Klassenräume entstehen. Allerdings verkleinert sich bei dieser Variante auch die Fläche des Schulhofes. Schon jetzt müssen die Friedensschüler zeitversetzt auf Hofpause gehen, weil der Platz für alle auf einmal zu eng ist.

FDP-Fraktionschefin Monika Birkholz verweist im Rahmen der Diskussion  auch auf die begrenzten finanziellen Spielräume der Stadt, die mit einem Haushaltssicherungskonzept arbeitet. Die Bereitstellung von Hortplätzen ist aber eine Pflichtaufgabe der Kommune, erklärt Mahro. Dafür müsse Geld bereitgestellt werden, das dann allerdings möglicherweise in anderen Bereich gekürzt werden müsse.

Als amtierender Bürgermeister plädiert er dafür, „die Probleme schrittweise“ zu lösen. Zunächst müsse der Hortbetrieb abgesichert werden, betont er. Erst im Anschluss daran sollte über einen Schulneubau diskutiert werden, bei dem auch die Entwicklungen auf polnischen Seite sowie in der Flüchtlingspolitik berücksichtigt werden.

Stadtverordnete Jana Wilke (GUB-SPN) moniert, dass man sich mittlerweile von der Ursprungsthematik völlig entfernt habe. „Es geht hier um Hortkapazitäten und nicht um ein Wunschkonzert“, sagt sie. Günter Quiel hält dagegen, dass an der Friedensschule bereits jedes zweite Jahr umgebaut werde. „Das muss aufhören“, betont er.

Auf Anregung von Peter Stephan (Linke) wird die Vorlage an die Verwaltung zurückgewiesen und eine Arbeitsgruppe gegründet. Dieser sollen Vertreter alle Fraktionen sowie die Schulleiter angehören. Erste Ergebnisse sollen schon bei der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 16. April vorliegen.