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| 17:24 Uhr

Präventionsarbeit
„Volltrunken“ ohne Alkohol

Wie ging noch mal die stabile Seitenlage? Beim Verkehrssicherheitstag auf dem Wilkeplatz konnten Besucher ihr Wissen auffrischen.
Wie ging noch mal die stabile Seitenlage? Beim Verkehrssicherheitstag auf dem Wilkeplatz konnten Besucher ihr Wissen auffrischen. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Guben. Polizei und Verkehrswacht sensibilisiert beim Verkehrssicherheitstag junge Fahrer. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Mit 1,5 Promille im Blut ist es gar nicht so einfach, seine eigene Haustür aufzuschließen oder auch nur den Weg bis zur Haustür zu finden. Diese Erfahrung machten am Mittwoch die Besucher des Verkehrssicherheitstages auf dem Gubener Wilkeplatz. Dank einer Rauschbrille konnten sie ganz ohne Alkohol einen ordentlichen Rausch erleben. Brille auf – und danach ging es taumelnd und mit ausgestreckten Armen los in Richtung Türschloss. Dabei galt es, nicht über die eigenen Füße zu stolpern. Am Schloss angekommen, half meist nur noch der Tastsinn beim Finden des Schlüssels. Tunnelblick, fehlende Rundumsicht, Doppeltsehen und das Gefühl von Unsicherheit und Verwirrung – was bei den Zuschauern für Gelächter sorgt, soll den Testern nachhaltig im Gedächtnis bleiben.  „Viele junge Fahrer trinken gerne Alkohol oder konsumieren andere Drogen“, weiß Polizistin Ina Boost. „Die Rauschbrille macht schnell deutlich, dass sie so lieber kein Auto mehr fahren sollten.“

Auch die Verkehrswacht Cottbus hat ihre Rauschbrillen mit nach Guben gebracht. „Wir wollen für das Thema sensibilisieren“, erklärt Steven Pieper. „Oftmals wird Alkohol bedeutend unterschätzt.“ An seinem Stand sollen Besucher mit 0,7 oder 1,8 Promille einen Parcours ablaufen. Aber auch hier zeigt sich: Es ist gar nicht so einfach, den Pfeilen auf dem Boden zu folgen oder die Anweisungen überhaupt zu entziffern.

Auch die Gubener Revierpolizei war vor Ort und ließ die Besucher Lasern.
Auch die Gubener Revierpolizei war vor Ort und ließ die Besucher Lasern. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

An ihrem zweiten Stand hat die Verkehrswacht Cottbus einen Parcours für Rollatoren aufgebaut. „Unfälle mit Rollatoren nehmen zu“, weiß Mitarbeiterin Vanessa Kubach. „Viele ältere Menschen kippen an einer Schräge zur Seite weg.“ Auch eine plötzliche Erhebung im Boden führe bei Rollator-Nutzern schnell zum Sturz. Oftmals hätten diese dann für die älteren Menschen schlimme Folgen: „In dem Parcours sollen sie daher lernen, ihr Gewicht zu verlagern.“

Was passiert, wenn sich das Auto überschlägt? Und wie befreit man sich aus einem Pkw, wenn man kopfüber hängt? Diese Fragen beantwortete Polizist Jürgen Soremba am Überschlagssimulator. „Viele lassen sich im Ernstfall falsch fallen und landen dann auf dem Kopf. Das führt zu Verletzungen“, erklärt Soremba. „Man muss sich am Armaturenbrett abstützen, den Körper in den Sitz drücken, den Nacken stützen, erst dann darf der Gurt geöffnet werden.“ Bei vielen Unfällen würden außerdem falsche Sitzeinstellungen zu Verletzungen führen. „Es geht nicht darum, bequem, sondern sicher zu sitzen“, betont der Polizist. In der Praxis würden viele Fahrer zu weit hinten sitzen. „Die Handgelenke müssen beim Ausstrecken auf dem Lenkrad liegen, auch der Sicherheitsgurt muss festgezogen werden“, gibt Soremba weitere Tipps.

Wie verhalte ich mich, wenn sich mein Auto überschlägt? Das konnten Besucher am Überschlagssimulator erfahren.
Wie verhalte ich mich, wenn sich mein Auto überschlägt? Das konnten Besucher am Überschlagssimulator erfahren. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Bei Sven Hundsdorf konnten die Besucher außerdem ihr Wissen rund um die Rettungsgasse, das Warndreieck und Erste-Hilfe-Maßnahmen auffrischen. „Durch den Schulsanitätsdienst ist schon ein gewisses Vorwissen bei den Jugendlichen da“, erzählt Hundsdorf. „Das Anlegen der Verbände macht ihnen besonders Spaß.“

Uwe Schulz vom organisierenden Fachbereich im Rathaus ist zufrieden mit der Veranstaltung. „Der Andrang ist deutlich größer als beim letzten Verkehrssicherheitstag“, so Schulz. „Es ist immer aufwendig alle Akteure hier zu versammeln, aber der bundesweite Aktionstag der Polizei hat uns geholfen.“ Nach der Auswertung will er über Folgeveranstaltungen nachdenken.