Von Thomas Engelhardt

Wie kann Guben verkehrstechnisch besser an seine unmittelbare wie auch die weitere Umgebung angeschlossen werden? Dies ist eine der zentralen Fragen, die auf der Prioritätenliste der Stadtverwaltung weit oben stehen. Eine Möglichkeit, sich in dieser Hinsicht wieder ins Gespräch zu bringen und auf sich aufmerksam zu machen, bot sich der Neißestadt am Dienstag bei einem Workshop zum Thema Wirtschaftsgüterverkehr, der im Gubener Oldtimer-Museum stattfand.

Der Workshop war die dritte Zusammenkunft der Lenkungsgruppe „Kombinierter Verkehr Lausitz“, die unter anderem von der Industrie- und Handelskammer Cottbus (IHK) initiiert wurde. Ihr gehören Logistiker aus Südbrandenburg an – von der Lkw- bis zur Schienenbranche. Mitglied der Lenkungsgruppe ist auch die Trevira GmbH – ein Grund, warum Guben zum Tagungsort auserwählt wurde. Ziel der Lenkungsgruppe ist es, den logistischen Ist-Zustand zu analysieren und die Lage zu verbessern. „Für uns ging es in dieser Runde darum, zu erörtern, was konkret für Guben denkbar ist“, so Bürgermeister Fred Mahro (CDU).

Ein Wort, dass in diesem Zusammenhang immer wieder fällt, lautet Rail Port. Dabei handelt es sich um einen Umschlagplatz, auf dem Wirtschaftsgüter von der Straße auf die Schiene verlagert werden und umgekehrt. Sicher ist inzwischen, dass ein solches Drehkreuz in Schwarzheide entsteht. Aber auch im Gubener Industriegebiet könnte zumindest eine Art Vorstufe etabliert werden. Unternehmen der Neißestadt basteln bereits an einer entsprechenden Idee. Ein klarer Vorteil für das Industriegebiet soll dabei die Schienenanbindung werden.

Wichtig ist der Stadtverwaltung neben dem Rail Port aber auch die Elektrifizierung der Bahnverbindung zwischen Guben und Gubin. „Da geht es um eine Strecke von drei Kilometern“, so Bürgermeister Fred Mahro, der zudem weiß, dass die polnische Seite die Weiterentwicklung der Verbindung zwischen Gubin und Zielona Gora fest im Blick hat. Entsprechend bildete der deutsch-polnische Güterverkehr einen weiteren Schwerpunkt der Beratung der Lenkungsgruppe.

Neben den Schienenprojekten hofft die Verwaltung aber nach wie vor auch auf eine bessere Anbindung der Neißestadt an die Autobahn.

Eine wichtige Rolle spielt in diesen Überlegungen die geplante Ortsumgehung für Neuzelle und Eisenhüttenstadt. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung hatte der Bürgermeister die Bedeutung dieses Vorhabens auch für die Stadt Guben hervorgehoben. Allerdings hänge alles davon ab, wie die Umfahrung von Eisenhüttenstadt realisiert wird. Auf alle Fälle sei der Ausbau der Oder-Lausitz-Trasse nicht zuletzt auf Initiative der Stadt Guben in den Abschlussbericht der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung mit aufgenommen worden, so Mahro auf Nachfrage.