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Verkauf von 500 Guwo-Wohnungen ist bisher "nur Denkmodell"

Guben. Der Verkauf von rund 500 Wohnungen der Gubener Wohnungsgesellschaft (Guwo) soll der Stadt 3,7 Millionen Euro einbringen und helfen, den Haushalt zu sanieren. So steht es im Haushaltssicherungskonzept. sha

Dabei handelt es sich derzeit jedoch noch um ein "reines Denkmodell", wie der amtierende Bürgermeister Fred Mahro im Rahmen der gestrigen Sitzung des Wirtschaftsausschusses betont. Seiner Meinung zufolge besteht immer noch die Chance, "den Haushaltsausgleich auch ohne diese Maßnahme zu realisieren".

Grundsätzlich sieht Mahro die städtischen Unternehmen jedoch in der Pflicht, einen Beitrag zum Schuldenabbau der Stadt zu leisten. "Wir haben den Unternehmen 20 Jahre Zeit gegeben, sich zu entwickeln", begründet er. Jetzt sei es auch legitim, wenn die Stadt als Gesellschafter das angelegte Vermögen durch "Leistungen verzinst" bekommen will. Das soll in erster Linie durch Gewinnausschüttungen erfolgen.

Die Guwo als größter Vermieter der Stadt verwaltet den Angaben zufolge insgesamt 4500 Wohnungen und verfügt über ein Sachvermögen in Höhe von 101 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten belaufen sich auf 71 Millionen Euro (Stand 2013), so Mahro. Der Buchwert pro Wohnung betrage 22 500 Euro.

Dem "Denkmodell" des Bürgermeisters zufolge kann der Verkauf von 500 Wohnungen zum Preis von 32 500 Euro insgesamt fünf Millionen Euro einbringen. Abzüglich der Steuern ist das ein Plus von 3,7 Millionen Euro für den städtischen Haushalt. "Es gibt aber noch keine Überlegungen, wo und wann Wohnungen verkauft werden sollen", stellt Mahro klar.

Erheblichen Zweifel an der Umsetzung äußern einige Stadtverordnete. Schon jetzt stehen in Guben 16 Prozent der Wohnungen leer. Bis zum Jahr 2030 wird mit dem Abriss von insgesamt 3000 Wohnungen gerechnet.