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| 02:39 Uhr

Unterricht mal nicht nach Lehrplan

Graupensuppe haben die Mädchen und Jungen der Europaschule an zwei Tagen für ihre Mitschüler über offenem Feuer gekocht.
Graupensuppe haben die Mädchen und Jungen der Europaschule an zwei Tagen für ihre Mitschüler über offenem Feuer gekocht. FOTO: utr1
Guben. Spinnen, Weben, Schreiben, Kochen und Bewerben üben – all das steht in dieser Woche für Gubener Europaschüler auf dem Lehrplan. Statt in Unterrichtsstunden wird in Projekten gelernt. Ute Richter / utr1

Eine ganz besondere Woche erleben derzeit die Schüler der Europaschule: statt Unterrichtsstunden stehen Projekte auf dem Lehrplan.

Die 7. Klassen widmen sich traditionell dem Thema "Dr. Faust - Leben im Mittelalter". Dazu hatten die Lehrkräfte jede Menge Angebote für die Siebtklässler vorbereitet. Masken des Mephistoteles aus dem Faust wurden hergestellt. Dazu stöberten die Schüler in alten Schriften, damit die Masken dem Original auch relativ nahe kommen. Mit dem Schreiben eines Faust-Vertrages beschäftigte sich eine andere Gruppe. Nach Vorlagen des alten Alphabetes haben die Mädchen und Jungen diesen Vertrag in altertümlicher Art und Weise auf Papier gebracht, die Ränder anschließend abgebrannt und zusammengerollt mit einer Schnur versehen. "Richtige rustikal aussehende Schmuckstücke sind entstanden", so Lehrerin Doris Noack.

Das Fertigen von Handpuppen bereiteten die Siebtklässlern ebenso Freude wie das Spinnen und Weben. Im Keller des Hauses wurde gewerkelt. Die dort hergestellten Nistkästen werden ihren Platz im Umkreis der Schule finden.

Für die Versorgung sorgte eine weitere Gruppe. Dort wurde Gemüse geschnippelt und gekocht. Brigitta Kreisig, die in der Schule einen Kochkurs leitet, war mit Frauen ihrer Volkssolidaritäts-Ortsgruppe 5 vor Ort und kochte gemeinsam mit den Kindern. Warm gehalten über offenem Feuer auf dem Gelände des KJFZ, profitierten am Ende alle Schüler von diesem Projekt.

Während die 8. Klassen ihre GBV-Werkstatt-Tage absolvierten, widmeten sich die 9. Klassen dem EU-geförderten Projekt "Bewerbercamp". Mit unterschiedlichen Projektpartnern wie beispielsweise dem GBV, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter, der IHK oder FAW ging es bei den jungen Leuten darum, alles rund um die Bewerbung zu erfahren. Theoretische Grundlagen wurden ebenso vermittelt wie die praktische Erstellung einer Bewerbungsmappe. Fotografin Roswitha Werner fertigte von jedem Projektteilnehmer ein professionelles Bewerbungsfoto. Am Freitag haben dann die Mädchen und Jungen die Gelegenheit, sich vor verschiedenen Gubener Firmen und Institutionen zu beweisen. Dann nämlich kommen Firmenvertreter zur Schule und führen mit den 9. Klassen ganz realistisch ein Bewerbungsgespräch durch. "Diese werden teilweise gefilmt und dann gemeinsam mit den jungen Leuten ausgewertet", so Projektmanagerin Simone Hoth vom GBV.

Die 10. Klassen machen bei der Projektwoche nicht mit, sie sind in dieser Woche auf Klassenfahrt oder widmen sich der Prüfungsvorbereitung.