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Unfallzahlen in Guben steigen

Bei diesem schweren Verkehrsunfall im August 2015 hatte sich ein Auto auf der Ortsumgehungsstraße Guben, ganz in der Nähe der Abfahrt zur Neißestadt überschlagen, vier Personen wurden schwer verletzt.
Bei diesem schweren Verkehrsunfall im August 2015 hatte sich ein Auto auf der Ortsumgehungsstraße Guben, ganz in der Nähe der Abfahrt zur Neißestadt überschlagen, vier Personen wurden schwer verletzt. FOTO: Jan Siegel
Guben. Die Zahl der Autounfälle in Guben steigt seit einigen Jahren kontinuierlich an. Insgesamt 271-mal krachte es in der zurückliegenden Saison. Als Unfallschwerpunkte stehen jetzt die Kreuzung an der Karl-Marx- und Pestalozzistraße sowie die Flemingstraße unter besonderer Beobachtung. Silke Halpick

"Warum die Zahlen nach oben gehen, wissen wir auch nicht genau", sagt Frank-Olaf Hahnewald von der Unfallkommission der Stadt Guben. Er präsentiert den Mitgliedern des Ausschusses für Umwelt, Verkehr, Ordnung, Sicherheit und Eurostadt (Uvose) die neuesten Zahlen. Im Gegensatz zu anderen Städten im Landkreis Spree-Neiße hat die Neißestadt eine eigene Unfallkommission.

Insgesamt 271-mal hat es von Januar bis August 2016 auf den Straßen im Gubener Stadtgebiet gekracht. Das sind 14 Unfälle mehr als noch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sind den Angaben zufolge gestiegen: von 23 auf aktuell 31. Dabei wurden insgesamt 35 Menschen verletzt, auch das sind sechs mehr als noch 2015. Positiv: Es kam kein Mensch ums Leben. Zum Vergleich: Im gesamten Spree-Neiße-Kreis starben in dieser Zeit insgesamt sieben Verkehrsteilnehmer bei Unfällen.

Zu den Unfallschwerpunkten in der Neißestadt gehört für Hahnewald die Ampel an der Karl-Marx- und Pestalozzistraße. Hier hat es sechsmal gekracht, in einem Fall fuhr ein Autofahrer auf seinen Vorgänger auf, fünfmal wurde die Vorfahrt nicht beachtet. Ebenfalls unter besonderer Beobachtung ist aber auch die Flemingstraße. Hier gab es in den letzten drei Jahren insgesamt zwölf Unfälle. Häufig waren Radfahrer betroffen, denen von den Autofahrern die Vorfahrt nicht gewährt wurde. "Jahrelang hat es hier gut funktioniert, und plötzlich nicht mehr", wundert sich auch Hahnewald. Jetzt soll hier die Fahrbahn nachmarkiert werden.

Für den Kreisel in der Gasstraße, der viele Jahre lang als Unfallschwerpunkt galt, gibt es hingegen Entwarnung. Wie kommt das? "Wir haben viel darüber geredet", sagt Hahnewald. Offenbar habe es bei den Verkehrsteilnehmern "Klick gemacht". Das Grundproblem: "Jede Stadt hat mittlerweile einen Kreisverkehr, doch kaum einer kennt wirklich die Regeln", sagt er. Seinen Erfahrungen zufolge sind insbesondere Radfahrer und Fußgänger gefährdet, denen die Vorfahrt verwehrt wird.

Absolut keine Ausnahme in Guben sind auch Wildunfälle. "Das klingt zunächst ungewöhnlich für eine Stadt, es ist aber so", sagt Hahnewald. Als Beispiel verweist er auf die Rehe, die regelmäßig auf den Reichenbacher Wiesen grasen. Diese werden von den Autofahrern, die auf der angrenzenden gut befahrenen Cottbuser Straße (B 320) unterwegs sind, häufig gar nicht wahrgenommen. Insgesamt 27 Wildunfälle weist die Statistik für dieses Jahr aus. Das sind 15 Zusammenstöße weniger als noch 2015. "Entscheidend ist, was die Landwirte anbauen und wie weit das Feld an die Straße heranreicht", erklärt Hahnewald. Wildschweine werden vom Mais angelockt und je dichter das Feld an der Straße liegt, desto geringer ist die Reaktionszeit für die Autofahrer.

Verhältnismäßig stark gestiegen ist die Zahl der Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel war. Sechsmal krachte es, zwei Personen wurden verletzt. Im Jahr davor war es nur ein Unfall mit einem Verletzten. Den Anstieg führt Hahnewald auch auf den nachgelassenen "Kontrolldruck" durch die Polizei zurück. Noch vor einigen Jahren habe es wesentlich mehr routinemäßige Kontrollen in Guben gegeben.

Zum Thema:
Insgesamt 2301 Unfälle hat es von Januar bis August 2016 im gesamten Spree-Neiße-Kreis gegeben. Im Gegensatz zu Guben ist die Zahl damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (2234) gesunken. Besonders häufig krachte es in den Städten Spremberg (493-mal) und Forst (324-mal). Positive Schlusslichter der Statistik sind hingegen Welzow (42 Unfälle) und Schenkendöbern (93).Hauptunfallursache ist im Landkreis die Kollision mit Wildtieren (800-mal), gefolgt von der Missachtung der Vorfahrt (143) sowie zu schnelles Fahren (120).